Film
Vom Knacken einer harten Nuss
Über Geld spricht man nicht gern. Weder in Deutschland noch in der Schweiz, wo der Dokumentarfilmer Simon Baumann lebt und arbeitet. Noch weniger gern redet man über Besitz, den man nicht selbst erarbeitet hat. Aber Simon Baumann tut es, auf eine sehr persönliche, offene, warmherzige Art. Dabei geht es ihm nicht nur um den 70-Hektar-Hof seiner Eltern, den er zusammen mit seinem Bruder Kilian erben soll, wenn die Eltern bald altersbedingt ihr Lebenswerk aufgeben müssen. Das wäre vielleicht eine recht private Geschichte. Nein, Baumanns Dokumentarfilm holt aus persönlichen Impulsen Erstaunliches heraus. Er verfolgt das Thema dessen, was wir von unseren Eltern mitbekommen, in all seinen Facetten: emotional, gesellschaftspolitisch, universell. Die große Frage nach sozialer Gerechtigkeit verschmilzt dabei mit der nach den Widersprüchen, in denen wir alle stecken – ob wir es wahrhaben wollen oder nicht.
Was tun, wenn einem die Eltern beides vererben: einen 70-Hektar-Hof und einen Sinn für Gerechtigkeit? Dokumentarfilmer Simon Baumann spürt dem Thema Erben auf sehr persönliche und zugleich auf universelle Art nach. Und zwar in all seinen Facetten. Ein Film auch für Nicht-Erben.
„Ich sehe Ackerland, Einsamkeit, Langeweile.“ Simon sieht etwas anderes als seine Eltern: Stephanie, Nationalrätin, und Ruedi Baumann, Präsident der Schweizer Grünen, wanderten aus und schufen in der Einsamkeit der französischen Provinz ihr biodiverses Kleinod. Nun schwinden ihre Kräfte und sie wollen Land und Hof an Simon übergeben. Doch der fühlt sich nicht zum Bauern berufen und ein Erbe anzutreten ist für ihn eine heikle Gewissensentscheidung. Die Familie diskutiert. Eine fein beobachtete, unterhaltsame und tiefgehende Reflexion, die im Persönlichen die großen gesellschaftlichen Fragen stellt: Wie fair ist Erben in unserer Gesellschaft? Muss man ein Erbe antreten oder darf man sich auch entziehen? (Quelle: Dokfest.München)
Erben im Überblick
Quelle: Feeds.feedburner

