Luxuswohnungen im ehemaligen Swissôtel in Zürich stehen leer. Trotz atemberaubender Aussicht und gehobener Ausstattung finden sich seit einem halben Jahr keine Mieter für die 20 exklusiven 3.5-Zimmer-Wohnungen im obersten Stockwerk. Der Wohnungen Zürich Leerstand ist ein wachsendes Problem, das sich nicht nur auf das Luxussegment beschränkt.

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Was sind die Gründe für den Wohnungsleerstand in Zürich?
Der Leerstand von Wohnungen in Zürich, insbesondere im hochpreisigen Segment, kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören hohe Mietpreise, die viele potenzielle Mieter abschrecken, sowie eine restriktive Vergabepolitik und die Konkurrenz durch Neubauprojekte. Auch die allgemeine wirtschaftliche Lage und die Attraktivität anderer Wohnorte spielen eine Rolle.
Das ehemalige Swissôtel, einst das höchste Hotel der Schweiz, thront majestätisch über der Stadt Zürich. Doch seit der Umwandlung der obersten Etagen in luxuriöse Wohnungen herrscht dort gähnende Leere. Die 20 Wohneinheiten, die für stolze 7200 Franken pro Monat angeboten werden, finden einfach keine Abnehmer. Dies wirft ein Schlaglicht auf ein Phänomen, das sich in den letzten Jahren in Zürich und anderen Schweizer Städten verstärkt: den Leerstand von Wohnungen.
Wie Blick berichtet, ist der Fall des ehemaligen Swissôtels kein Einzelfall. Auch in anderen Neubauprojekten und sanierten Altbauten stehen Wohnungen leer, obwohl die Nachfrage nach Wohnraum in Zürich grundsätzlich hoch ist. Dies deutet auf strukturelle Probleme auf dem Zürcher Wohnungsmarkt hin. (Lesen Sie auch: Stadt Zürich Hochhauszonen: Linke und SVP Schrumpfen…)
Die wichtigsten Fakten
- 20 Luxuswohnungen im ehemaligen Swissôtel stehen seit 6 Monaten leer.
- Die Miete für eine 3.5-Zimmer-Wohnung beträgt 7200 CHF.
- Hohe Mietpreise sind ein Hauptgrund für den Leerstand.
- Restriktive Vergabepolitik erschwert die Vermietung zusätzlich.
Welche Faktoren beeinflussen den Zürcher Wohnungsmarkt?
Der Zürcher Wohnungsmarkt ist von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Einerseits ist die Stadt ein attraktiver Wohnort mit hoher Lebensqualität, einer florierenden Wirtschaft und guten Arbeitsmöglichkeiten. Dies führt zu einer hohen Nachfrage nach Wohnraum. Andererseits ist das Angebot begrenzt, da Bauland knapp und teuer ist und die Bauvorschriften streng sind. Diese Konstellation treibt die Mietpreise in die Höhe und führt dazu, dass sich viele Menschen das Wohnen in Zürich nicht mehr leisten können.
Ein weiterer Faktor ist die Zuwanderung. Zürich ist ein beliebtes Ziel für Menschen aus dem In- und Ausland, die hier arbeiten oder studieren möchten. Dies erhöht den Druck auf den Wohnungsmarkt zusätzlich. Umgekehrt kann auch die Abwanderung, beispielsweise aufgrund von hohen Lebenshaltungskosten oder attraktiveren Angeboten in anderen Regionen, zu Leerständen führen.
Die Leerwohnungsziffer in der Stadt Zürich lag im Jahr 2023 bei rund 0,5 Prozent. Dies ist ein sehr niedriger Wert, der auf eine hohe Nachfrage und ein begrenztes Angebot hindeutet. Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Quartieren und Preissegmenten.
Auch die Investitionstätigkeit spielt eine Rolle. Viele Investoren sehen in Zürcher Immobilien eine sichere Anlage und kaufen Wohnungen, um sie zu vermieten oder später wieder zu verkaufen. Dies kann dazu führen, dass Wohnungen leer stehen, bis der richtige Mieter oder Käufer gefunden ist oder bis die Marktlage sich verbessert. (Lesen Sie auch: Geisterhotel Kauf: Gemeinde zahlt 8,9 Mio. Franken…)
Wie wirkt sich der Leerstand auf die Stadt aus?
Der Leerstand von Wohnungen in Zürich hat verschiedene negative Auswirkungen auf die Stadt. Erstens führt er zu einem Verlust an Wohnraum, der dringend benötigt wird. Zweitens belastet er die Vermieter, die auf Mieteinnahmen verzichten müssen. Drittens kann er zu einer Verödung von Quartieren führen, wenn viele Wohnungen leer stehen und die soziale Durchmischung abnimmt.
Darüber hinaus kann der Leerstand auch zu einem Imageproblem für die Stadt werden. Wenn bekannt ist, dass viele Wohnungen leer stehen, obwohl die Nachfrage hoch ist, kann dies den Ruf Zürichs als attraktiver Wohnort beeinträchtigen. Dies könnte dazu führen, dass weniger Menschen nach Zürich ziehen und die Wirtschaft darunter leidet.
Die Stadt Zürich ist sich des Problems bewusst und versucht, Massnahmen zur Bekämpfung des Leerstands zu ergreifen. Dazu gehören beispielsweise die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus, die Einführung von Leerstandsabgaben und die Vereinfachung von Bauvorschriften. Ob diese Massnahmen ausreichen werden, um das Problem zu lösen, bleibt abzuwarten.
Um langfristig gegen den Leerstand vorzugehen, muss die Stadt Zürich eine umfassende Wohnbaupolitik verfolgen, die auf eine ausgewogene Mischung von Angebot und Nachfrage abzielt. Dazu gehört nicht nur die Schaffung von neuem Wohnraum, sondern auch die Förderung von bezahlbarem Wohnraum und die Unterstützung von Menschen, die sich das Wohnen in Zürich nicht mehr leisten können. Eine aktive Bodenpolitik der Stadt ist hierbei unerlässlich. (Lesen Sie auch: Gewalt in Olten: Zwei Festnahmen nach Raub…)

Welche Alternativen gibt es zum traditionellen Wohnungsmarkt?
Angesichts der hohen Mietpreise und des knappen Angebots auf dem traditionellen Wohnungsmarkt suchen viele Menschen nach alternativen Wohnformen. Dazu gehören beispielsweise Wohngemeinschaften, Genossenschaftswohnungen, Tiny Houses und Co-Living-Projekte. Diese Wohnformen bieten oft eine günstigere und flexiblere Alternative zum traditionellen Wohnen.
Auch die Zwischennutzung von leerstehenden Gebäuden und Arealen kann eine Möglichkeit sein, Wohnraum zu schaffen und den Leerstand zu reduzieren. Dabei werden leerstehende Gebäude vorübergehend für Wohnzwecke genutzt, bis sie einer anderen Verwendung zugeführt werden. Dies kann eine sinnvolle Lösung sein, um kurzfristig Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die Quartiere zu beleben. Die Stadt Zürich unterstützt solche Projekte, wie beispielsweise durch das Programm „Arealentwicklungen und Zwischennutzungen“.
Darüber hinaus gibt es auch innovative Wohnkonzepte, die auf die Bedürfnisse bestimmter Bevölkerungsgruppen zugeschnitten sind. Dazu gehören beispielsweise Wohnprojekte für ältere Menschen, Studenten oder Familien mit Kindern. Diese Projekte bieten oft eine besondere Infrastruktur und Gemeinschaftsangebote, die das Wohnen erleichtern und die soziale Integration fördern.
Der Leerstand im ehemaligen Swissôtel ist ein Symptom für die Herausforderungen, vor denen der Zürcher Wohnungsmarkt steht. Die hohen Mietpreise und das begrenzte Angebot führen dazu, dass sich viele Menschen das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können oder alternative Wohnformen suchen müssen. Die Stadt Zürich ist gefordert, Massnahmen zu ergreifen, um den Leerstand zu reduzieren und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, damit Zürich weiterhin ein attraktiver und lebenswerter Wohnort für alle bleibt. Dies ist auch für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region von Bedeutung. (Lesen Sie auch: ärztin Spritzenangriff: Zürcher Prozess um Beziehungsdrama)
