Zölle Milchprodukte China: Als Reaktion auf das angespannte Verhältnis zwischen Peking und Brüssel hat China erneut Zölle auf importierte Milchprodukte aus der Europäischen Union verhängt. Diese Maßnahme, die auch deutsche Unternehmen betrifft, folgt auf eine Anti-Subventionsuntersuchung. Die Zölle betreffen bestimmte Käsesorten, Milch und Sahne und gelten für die nächsten fünf Jahre.

Zusammenfassung
- China verhängt Zölle auf ausgewählte Milchprodukte aus der EU.
- Deutsche Unternehmen wie Deutsches Milchkontor sind betroffen.
- Die Zölle liegen zwischen 7,4 und 11,7 Prozent.
- Die Maßnahme ist eine Reaktion auf angebliche Subventionen.
Zölle auf Milchprodukte aus China: Was steckt dahinter?
China hat nach einer eineinhalbjährigen Anti-Subventionsuntersuchung endgültige Zölle auf bestimmte Milchprodukte aus der Europäischen Union eingeführt. Betroffen sind verschiedene Sorten von frischem und verarbeitetem Käse sowie Milch und Sahne mit einem bestimmten Fettgehalt, die hauptsächlich für den direkten Konsum bestimmt sind. Die Maßnahme zielt darauf ab, angebliche Subventionen auszugleichen, die EU-Herstellern einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschaffen sollen. Wie Stern berichtet, sind auch deutsche Firmen betroffen.
Welche Unternehmen sind betroffen?
Zu den deutschen Unternehmen, die von den neuen Zöllen betroffen sind, gehören das Deutsche Milchkontor (DMK), einer der größten Molkereibetriebe Deutschlands, die Molkerei Ammerland aus Niedersachsen, die Privatmolkerei Naarmann aus dem Münsterland sowie Arla Foods Deutschland, ein Teil der dänisch-schwedischen Großmolkereigenossenschaft. Neben deutschen Unternehmen sind auch Hersteller aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Italien betroffen. Die Zollsätze variieren je nach Unternehmen zwischen 7,4 und 11,7 Prozent.
Die chinesische Behörde listete die betroffenen Firmen detailliert auf und gab die spezifischen Zollsätze für jedes Unternehmen bekannt. Diese detaillierte Auflistung soll für Transparenz sorgen und den betroffenen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Exportstrategien entsprechend anzupassen.
Anti-Subventionsuntersuchungen werden von Ländern durchgeführt, um zu prüfen, ob ausländische Unternehmen durch staatliche Beihilfen einen unfairen Vorteil im Wettbewerb haben. Wenn dies der Fall ist, können Zölle erhoben werden, um diesen Vorteil auszugleichen. (Lesen Sie auch: Zölle Milchprodukte EU: China Verhängt Strafzölle!)
Wie hoch sind die Zölle und wie lange gelten sie?
Die Zölle liegen zwischen 7,4 und 11,7 Prozent, wobei die genaue Höhe je nach Hersteller variiert. Diese Zölle gelten für einen Zeitraum von fünf Jahren und traten am Tag nach ihrer Ankündigung in Kraft. Es ist wichtig zu beachten, dass die endgültigen Zollsätze niedriger sind als die vorläufigen Zölle, die im Dezember verhängt wurden und zwischen 21,9 und 42,7 Prozent lagen. Diese Reduzierung könnte auf Verhandlungen oder eine Neubewertung der Subventionshöhe zurückzuführen sein.
Die Europäische Kommission hatte im Vorfeld der endgültigen Entscheidung Bedenken geäußert und betont, dass die vorläufigen Zölle unverhältnismäßig hoch seien. Die nun festgelegten Zölle stellen einen Kompromiss dar, der jedoch weiterhin Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen haben wird.
Welche Auswirkungen haben die Zölle auf deutsche Hersteller?
Der Milchindustrie-Verband (MIV) schätzt die Auswirkungen der Zölle auf den deutschen Milchsektor als „überschaubar“ ein. Im Vergleich zu Ländern wie Italien und Frankreich macht Käse und Rahm nur einen geringen Anteil an den deutschen China-Exporten aus. Allerdings werden die chinesischen Zölle für die betroffenen deutschen Exportfirmen dennoch spürbar sein. Margen und Wettbewerbsfähigkeit im China-Geschäft werden dadurch erheblich belastet.
Ein Sprecher des MIV betonte, dass die Unternehmen nun ihre Strategien anpassen und alternative Absatzmärkte suchen müssen, um die Auswirkungen der Zölle zu minimieren. Die Zölle könnten auch dazu führen, dass deutsche Hersteller ihre Produktionskosten senken müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Milchindustrie-Verband setzt sich für die Interessen der deutschen Milchwirtschaft ein und bietet seinen Mitgliedern Unterstützung in verschiedenen Bereichen, darunter auch im Bereich des Außenhandels. (Lesen Sie auch: Jake Shane Katjes: Influencer wird Kreativdirektor in…)
Was bedeutet das für Bürger?
Direkte Auswirkungen für Verbraucher in Europa dürften die Zölle zunächst nicht haben, da der europäische Markt weitgehend unabhängig von den China-Exporten ist. Allerdings könnten sich indirekte Auswirkungen ergeben, wenn die betroffenen Unternehmen ihre Preise auf dem europäischen Markt erhöhen, um die Verluste aus dem China-Geschäft auszugleichen. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, da der Wettbewerb auf dem europäischen Milchmarkt sehr hoch ist.
Für chinesische Konsumenten könnten die Zölle zu höheren Preisen für importierte Milchprodukte führen. Dies könnte die Nachfrage nach lokalen Produkten ankurbeln oder dazu führen, dass chinesische Konsumenten auf günstigere Alternativen aus anderen Ländern ausweichen. Es ist auch möglich, dass chinesische Unternehmen verstärkt in die eigene Milchproduktion investieren, um unabhängiger von Importen zu werden.
Achten Sie beim Einkauf auf regionale Produkte, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen und lange Transportwege zu vermeiden.
Wie geht es politisch weiter?
Die Einführung der Zölle durch China ist ein weiterer Ausdruck der angespannten Handelsbeziehungen zwischen China und der Europäischen Union. Die EU hat in der Vergangenheit mehrfach Bedenken hinsichtlich unfairer Handelspraktiken Chinas geäußert, darunter auch Subventionen für bestimmte Industrien. China hingegen wirft der EU Protektionismus vor und kritisiert die zunehmende Regulierung chinesischer Unternehmen in Europa.
Es ist zu erwarten, dass die Europäische Kommission die Zölle prüfen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen wird. Eine mögliche Reaktion wäre die Einleitung einer eigenen Anti-Subventionsuntersuchung gegen chinesische Produkte. Die EU könnte auch versuchen, im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die chinesischen Zölle vorzugehen. (Lesen Sie auch: Ariane Group Raketen: Europas Antwort auf Militärische…)

Politisch gesehen stehen die Zeichen auf Konfrontation. Die EU versucht, eine härtere Gangart gegenüber China einzulegen, um ihre Interessen zu schützen und faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. China hingegen verteidigt seine Handelspolitik und betont das Recht auf wirtschaftliche Entwicklung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird.
Warum verhängt China Zölle auf Milchprodukte aus der EU?
China begründet die Zölle mit einer Anti-Subventionsuntersuchung, die ergeben haben soll, dass EU-Hersteller von Milchprodukten durch staatliche Beihilfen einen unfairen Wettbewerbsvorteil genießen. Die Zölle sollen diesen Vorteil ausgleichen.
Welche Milchprodukte sind von den Zöllen betroffen?
Betroffen sind bestimmte Sorten von frischem und verarbeitetem Käse sowie Milch und Sahne mit einem bestimmten Fettgehalt, die hauptsächlich für den direkten Konsum bestimmt sind. (Lesen Sie auch: Atlas GMBH Insolvenzverfahren: Baggerhersteller stellt)
Wie hoch sind die Zölle auf Milchprodukte aus China?
Die Zölle liegen zwischen 7,4 und 11,7 Prozent, wobei die genaue Höhe je nach Hersteller variiert. Diese Zölle gelten für einen Zeitraum von fünf Jahren.
Welche deutschen Unternehmen sind von den Zöllen betroffen?
Zu den betroffenen deutschen Unternehmen gehören das Deutsche Milchkontor (DMK), die Molkerei Ammerland, die Privatmolkerei Naarmann sowie Arla Foods Deutschland.
Was können deutsche Unternehmen tun, um mit den Zöllen umzugehen?
Betroffene Unternehmen können ihre Strategien anpassen, alternative Absatzmärkte suchen, ihre Produktionskosten senken oder versuchen, im Rahmen von Handelsabkommen eine Reduzierung der Zölle zu erreichen.
Die von China verhängten Zölle auf Milchprodukte aus der EU sind ein Zeichen für die anhaltenden Spannungen im globalen Handel. Während die direkten Auswirkungen auf europäische Verbraucher begrenzt sein dürften, stellen die Zölle eine Herausforderung für die betroffenen Unternehmen dar, die sich an die neue Situation anpassen müssen. Die politischen Reaktionen und möglichen Gegenmaßnahmen der EU werden in den kommenden Monaten genau beobachtet werden müssen. Die Welthandelsorganisation (WTO) könnte in diesem Handelskonflikt eine wichtige Rolle spielen.
