Zukunftsangst Frauen: Seit dem vergangenen Jahr beobachten Experten eine deutliche Differenz in der Wahrnehmung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs zwischen Frauen und Männern. Frauen blicken pessimistischer in die Zukunft als Männer. Doch was sind die Ursachen für diese wachsende Diskrepanz und welche Faktoren tragen zu dieser pessimistischen Einschätzung bei?

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Die wichtigsten Fakten
- Frauen in Österreich sehen die Zukunft negativer als Männer.
- Wirtschaftliche Unsicherheit und soziale Ungleichheit sind Hauptfaktoren.
- Die Pandemie und ihre Folgen haben die Zukunftsängste verstärkt.
- Politische Maßnahmen zur Gleichstellung werden als unzureichend wahrgenommen.
Warum ist die Zukunftsangst bei Frauen in Österreich größer als bei Männern?
Die Gründe für die ausgeprägte Zukunftsangst bei Frauen sind vielfältig. Wirtschaftliche Unsicherheiten, die sich in steigenden Preisen und stagnierenden Löhnen äußern, treffen Frauen oft härter. Hinzu kommen strukturelle Ungleichheiten, wie geringere Bezahlung für gleiche Arbeit und schlechtere Karrierechancen, die das Gefühl der Unsicherheit verstärken. Auch die Sorge um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt eine große Rolle.
Laut einem Bericht von Der Standard, hat sich diese Entwicklung seit dem vergangenen Jahr noch verstärkt.
Wirtschaftliche Unsicherheit als Hauptfaktor
Die steigenden Lebenshaltungskosten belasten vor allem Haushalte mit geringem Einkommen, in denen Frauen häufiger vertreten sind. Die Inflation, insbesondere bei Energie und Lebensmitteln, schmälert das verfügbare Einkommen und verstärkt die Angst vor finanzieller Not. Viele Frauen arbeiten zudem in Branchen, die besonders von wirtschaftlichen Krisen betroffen sind, wie beispielsweise dem Tourismus oder dem Einzelhandel.
Die Angst vor Arbeitsplatzverlust und die Unsicherheit über die eigene finanzielle Situation tragen maßgeblich zur Zukunftsangst bei. Auch die steigenden Mieten und die Schwierigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu finden, belasten viele Frauen. (Lesen Sie auch: Hartberg – Gak: gegen: Steirer-Derby trotz Schneefalls)
Soziale Ungleichheit und Diskriminierung
Die anhaltende Ungleichheit bei der Bezahlung und den Karrierechancen ist ein weiterer wichtiger Faktor. Frauen verdienen in Österreich immer noch deutlich weniger als Männer, selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit. Diese Lohnlücke führt nicht nur zu finanziellen Einbußen, sondern auch zu einem Gefühl der Benachteiligung und Unsicherheit.
Auch Diskriminierung am Arbeitsplatz und in anderen Lebensbereichen trägt zur Zukunftsangst bei. Viele Frauen erleben Sexismus, Belästigung und andere Formen der Diskriminierung, die ihr Selbstbewusstsein und ihre Zuversicht in die Zukunft untergraben.
Laut Statistik Austria beträgt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Österreich rund 12,7 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen für die gleiche Arbeit im Durchschnitt weniger verdienen als Männer.
Die Rolle der Pandemie
Die Corona-Pandemie hat die Zukunftsängste vieler Frauen noch verstärkt. Viele Frauen waren während der Lockdowns und Schulschließungen stark belastet, da sie neben ihrer Berufstätigkeit auch noch die Kinderbetreuung und den Haushalt stemmen mussten. Die Pandemie hat zudem die bestehenden Ungleichheiten noch deutlicher gemacht.
Die Angst vor einer erneuten Pandemie und die Sorge um die Gesundheit von Angehörigen tragen ebenfalls zur Zukunftsangst bei. Viele Frauen haben zudem während der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren oder mussten Kurzarbeit in Anspruch nehmen, was ihre finanzielle Situation zusätzlich verschlechtert hat. (Lesen Sie auch: SCR Altach – Austria: gegen Wien: Heimstärke…)
Politische Maßnahmen und ihre Wahrnehmung
Viele Frauen haben den Eindruck, dass die politischen Maßnahmen zur Gleichstellung und zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Unsicherheit nicht ausreichend sind. Sie fordern mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung, eine gerechtere Bezahlung und bessere Karrierechancen.
Die Debatte um die Frauenquote und andere Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung wird oft als unzureichend wahrgenommen. Viele Frauen wünschen sich eine aktivere und engagiertere Politik, die sich für ihre Belange einsetzt. Es gibt jedoch auch positive Beispiele wie die Erhöhung des Familienbonus Plus, die Familien finanziell entlasten soll, aber auch hier gibt es Kritik, da vor allem Besserverdienende davon profitieren.
Die Bundesregierung hat verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung von Familien und zur Förderung der Gleichstellung angekündigt. Dazu gehören beispielsweise der Ausbau der Kinderbetreuung und die Förderung von Frauen in Führungspositionen. Ob diese Maßnahmen tatsächlich greifen und die Zukunftsängste der Frauen lindern können, bleibt abzuwarten. Informationen zu den aktuellen Maßnahmen der Regierung sind auf der Website des Bundeskanzleramtes zu finden.
Wie geht es weiter?
Die Zukunftsangst der Frauen ist ein ernstes Problem, das nicht ignoriert werden darf. Es ist wichtig, die Ursachen dieser Ängste zu verstehen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die wirtschaftliche und soziale Situation der Frauen zu verbessern. Dazu gehören eine gerechtere Bezahlung, bessere Karrierechancen, mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung und eine aktivere Politik zur Bekämpfung von Diskriminierung.

Nur wenn die Politik und die Gesellschaft gemeinsam daran arbeiten, die Ungleichheiten zu beseitigen und die Zukunftsängste der Frauen zu lindern, kann eine positive Entwicklung für alle erreicht werden. Es bedarf eines gesellschaftlichen Wandels, der die Leistungen von Frauen anerkennt und ihre Rechte stärkt. Eine Studie der Arbeiterkammer Österreich zeigt die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung auf Arbeiterkammer.at. (Lesen Sie auch: Rapid Wien – Wolfsberg: Krisenduell in: gegen…)
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptursachen für die Zukunftsangst von Frauen in Österreich?
Die Hauptursachen sind wirtschaftliche Unsicherheit durch steigende Lebenshaltungskosten, soziale Ungleichheit in Bezug auf Bezahlung und Karrierechancen sowie die Belastung durch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die oft stärker auf Frauen lastet.
Inwiefern hat die Corona-Pandemie die Zukunftsängste von Frauen verstärkt?
Die Pandemie hat bestehende Ungleichheiten verschärft, da viele Frauen zusätzlich zur Berufstätigkeit die Kinderbetreuung und den Haushalt übernehmen mussten. Zudem haben viele Frauen ihren Arbeitsplatz verloren oder mussten Kurzarbeit in Anspruch nehmen.
Welche politischen Maßnahmen könnten die Zukunftsangst von Frauen verringern?
Wirksame Maßnahmen wären eine gerechtere Bezahlung für gleiche Arbeit, der Ausbau der Kinderbetreuung, die Förderung von Frauen in Führungspositionen und eine aktivere Politik zur Bekämpfung von Diskriminierung am Arbeitsplatz und in anderen Lebensbereichen. (Lesen Sie auch: Dornauer Befangenheit: Entscheidung im April Erwartet)
Wie hoch ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Österreich?
Welche Branchen sind besonders von der wirtschaftlichen Unsicherheit betroffen, in denen Frauen häufig arbeiten?
Frauen arbeiten häufiger in Branchen wie dem Tourismus und dem Einzelhandel, die besonders anfällig für wirtschaftliche Krisen sind. Diese Branchen waren von den Lockdowns und Reisebeschränkungen während der Pandemie stark betroffen.
Die wachsende Zukunftsangst Frauen in Österreich ist ein komplexes Problem, das durch eine Kombination aus wirtschaftlichen, sozialen und politischen Faktoren bedingt ist. Es erfordert ein gemeinsames Engagement von Politik und Gesellschaft, um die Ursachen dieser Ängste zu bekämpfen und eine gerechtere und zukunftsfähige Gesellschaft für alle zu schaffen. Die Europäische Kommission bietet weitere Informationen zum Thema Gleichstellung von Frauen und Männern auf ihrer Webseite.
