BASF Werk China: Chemie-Riese eröffnet Milliardenprojekt in Zhanjiang
Mit einem neuen Werk in Zhanjiang, Südchina, will BASF sein Geschäft in China ausbauen. Die 8,7 Milliarden Euro teure Investition soll dem Chemiekonzern inmitten globaler Krisen neue Wachstumschancen eröffnen und den Chemiemarkt in Südchina besser versorgen.

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Kernpunkte
- BASF investiert 8,7 Milliarden Euro in ein neues Werk in Zhanjiang, Südchina.
- Das Werk soll den Chemiemarkt in Südchina bedienen und das Wachstum des Konzerns in China ankurbeln.
- BASF erwartet in China bis 2035 ein starkes Wachstum durch eine größer werdende Mittelschicht und steigende Einkommen.
- Kritiker sehen in der Expansion nach China ein Risiko aufgrund der politischen Lage und wirtschaftlichen Abhängigkeit.
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz: | 14 % des BASF-Umsatzes werden in China erwirtschaftet |
| Investition: | 8,7 Milliarden Euro (Gesamtinvestition in Zhanjiang) |
| Marktanteil: | 1-2 % Marktanteil in der global fragmentierten Petrochemie-Branche |
Warum investiert BASF in ein neues Werk in China?
BASF verspricht sich von dem neuen Werk in Zhanjiang, einem Verbundstandort, der zweite nach Nanjing, den unterversorgten Chemiemarkt in Südchina und insbesondere die wirtschaftsstarke Provinz Guangdong besser zu erschließen. Bis 2035 wird in China ein starkes Wirtschaftswachstum erwartet, getragen von einer wachsenden Mittelschicht und steigenden Einkommen. Mehr als die Hälfte des weltweiten Chemiebedarfs entfällt auf China.
Welche Rolle spielt der Steam Cracker?
Das Herzstück des Werks ist der sogenannte Steam Cracker, dessen Bau rund eine Milliarde Euro kostete. Er dient dazu, Rohbenzin (Naphtha) durch thermische Spaltung in Olefine wie Ethylen und Propylen umzuwandeln. Diese Olefine sind wichtige Ausgangsstoffe für die Herstellung von Kunststoffen, Lösungsmitteln und anderen chemischen Produkten. (Lesen Sie auch: Chemie: Spagat in China – Neues BASF-Werk…)
Der Verbundstandort in Nanjing wird als Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölriesen Sinopec betrieben. Das Werk in Zhanjiang hingegen wird von BASF allein verwaltet.
Welche Risiken birgt die Expansion nach China?
Die Investition in China ist nicht unumstritten. Kritiker sehen darin ein Risiko aufgrund der politischen Lage, Menschenrechtslage und wachsenden wirtschaftlichen Abhängigkeit von China. Die Spannungen zwischen China und anderen Ländern könnten sich negativ auf die Geschäftstätigkeit von BASF auswirken. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich des Technologietransfers und des Schutzes geistigen Eigentums.
Wie Stern berichtet, sieht BASF-Vorstandschef Markus Kamieth in der globalen Zusammenarbeit einen wichtigen Erfolgsfaktor. Er wies jedoch auch auf die „Preiseffekte“ und Verknappung in Asien hin, die durch den Iran-Krieg entstanden sind. (Lesen Sie auch: BASF Zhanjiang: Milliarden-Investition in Chinas Zukunft?)
Was bedeutet das für Verbraucher und die Branche?
Die Produktion in Zhanjiang läuft bereits seit November. Das neue BASF Werk China soll die Versorgung mit chemischen Produkten in Südchina verbessern und die Abhängigkeit von Importen verringern. Dies könnte sich langfristig positiv auf die Preise für bestimmte Produkte auswirken. Für die Chemiebranche bedeutet die Investition eine weitere Stärkung von Chinas Rolle als globalem Chemieproduzenten und -konsumenten.
Wie wirkt sich das Werk auf die regionale Wirtschaft aus?
Das Werk in Zhanjiang soll neue Arbeitsplätze schaffen und die regionale Wirtschaft ankurbeln. Allerdings gibt es auch Bedenken hinsichtlich der Umweltbelastung durch die chemische Produktion. Es bleibt abzuwarten, inwieweit BASF seine Nachhaltigkeitsziele in dem neuen Werk umsetzen kann.

Wie ist die internationale Einordnung?
Deutschland ist traditionell ein starker Chemie-Standort. Im Jahr 2023 erwirtschaftete die deutsche Chemieindustrie einen Umsatz von rund 260 Milliarden Euro. Allerdings steht die Branche unter Druck, unter anderem durch hohe Energiekosten und zunehmende Regulierung. Die Expansion von BASF nach China ist auch als Reaktion auf diese Herausforderungen zu sehen. Andere Chemieunternehmen wie Covestro sind ebenfalls in China aktiv. (Lesen Sie auch: BASF Stellenabbau: 4800 Jobs fallen dem Sparkurs…)
















