BASF Zhanjiang: Milliardeninvestition in Chinas Wachstumsmarkt
Mit einer Investition von 8,7 Milliarden Euro setzt BASF auf den chinesischen Markt und eröffnet einen neuen Verbundstandort in Zhanjiang. Das Werk soll das Wachstum des Konzerns in der Region stärken, birgt aber auch Risiken angesichts der globalen wirtschaftlichen Lage.

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Die wichtigsten Fakten
- BASF investiert 8,7 Milliarden Euro in einen neuen Verbundstandort in Zhanjiang, Südchina.
- Das Werk soll den Chemiemarkt in Südchina und die Provinz Guangdong bedienen.
- China deckt mehr als die Hälfte des weltweiten Chemiebedarfs.
- BASF erhofft sich weiteres Wachstum durch die steigende Mittelschicht in China bis 2035.
| Unternehmen: | Details: |
|---|---|
| Umsatz: | 73,9 Mrd. Euro (2022) |
| Mitarbeiterzahl: | ca. 112.000 |
| Branche: | Chemie |
| Umsatzanteil China: | 14 % |
Warum investiert BASF in Zhanjiang?
BASF will mit dem neuen Werk in Zhanjiang den wachsenden Chemiemarkt in Südchina erschließen. Die Region Guangdong ist wirtschaftsstark, und der Bedarf an chemischen Produkten wird voraussichtlich weiter steigen. Laut Stern erwartet der Konzern in China bis 2035 ein starkes Wachstum, getragen von einer wachsenden Mittelschicht und steigenden Einkommen.
China ist der größte Chemiemarkt der Welt. Mehr als die Hälfte des weltweiten Bedarfs wird hier gedeckt. Das Land verzeichnet ein starkes Wirtschaftswachstum, was den Bedarf an chemischen Produkten in verschiedenen Industrien erhöht. (Lesen Sie auch: Chemie: Spagat in China – Neues BASF-Werk…)
Wie riskant ist das China-Geschäft für BASF?
Die Investition in China ist nicht ohne Risiken. Die globale wirtschaftliche Lage ist angespannt, und die Abhängigkeit von einem einzigen Markt kann problematisch sein. Markus Kamieth, Vorstandschef von BASF, wies zur Eröffnung des Werks auf die zunehmende Fragmentierung der Welt hin. Der Iran-Krieg führe bereits zu „Preiseffekten“ und Verknappung in Asien.
Was bedeutet das für die Branche?
Die Petrochemie-Branche ist stark fragmentiert. BASF hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von ein bis zwei Prozent. Mit dem neuen Werk in Zhanjiang will der Konzern seine Position in China und weltweit stärken. Der Standort ist nach Nanjing der zweite Verbundstandort von BASF in China.
Ein Verbundstandort ermöglicht die effiziente Nutzung von Ressourcen und Energie, da verschiedene Produktionsanlagen miteinander integriert sind. Dies senkt die Kosten und reduziert die Umweltbelastung. (Lesen Sie auch: BASF Zhanjiang: Milliarden-Investition in Chinas Zukunft?)
Wie unterscheidet sich Zhanjiang von Nanjing?
In Nanjing betreibt BASF ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölriesen Sinopec. Das Werk in Zhanjiang hingegen wird vollständig von BASF verwaltet. Dies gibt dem Unternehmen mehr Kontrolle über die Produktion und die Geschäftsstrategie.
Wie hoch ist die Gesamtinvestition von BASF in den Standort Zhanjiang?
BASF investiert insgesamt 8,7 Milliarden Euro in den Verbundstandort Zhanjiang. Davon entfiel rund eine Milliarde Euro allein auf den sogenannten Steam Cracker, das Herzstück des Werks.
Welche Produkte werden in Zhanjiang hergestellt?
In Zhanjiang werden chemische Produkte für verschiedene Anwendungen hergestellt, darunter Klebebänder, Babywindeln und Autopflegeprodukte. Der Fokus liegt auf der Bedienung des südchinesischen Marktes.
Wie lange dauerte der Bau des Werks in Zhanjiang?
Der Bau des BASF-Werks in Zhanjiang dauerte fast sechs Jahre. Die Produktion wurde bereits im November aufgenommen, die offizielle Eröffnung fand jedoch erst jetzt statt. (Lesen Sie auch: BASF Verlagerung Indien: Stellenabbau in Berlin Geplant)
Welche Bedeutung hat der Standort Zhanjiang für BASF?
Der Standort Zhanjiang ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte von BASF. Er soll dem Unternehmen helfen, seine Position auf dem chinesischen Markt weiter auszubauen und vom erwarteten Wachstum in der Region zu profitieren.












