Deutsche Soldaten in der Ukraine – am 9. Dezember 2025 traf sich Kanzler Friedrich Merz in London mit Selenskyj, Macron und Starmer zu Beratungen über den US-Friedensplan. Die Debatte um einen möglichen Bundeswehreinsatz zur Friedenssicherung spaltet Deutschland. Hier erfahren Sie alle Fakten zur aktuellen Lage und was ein Einsatz bedeuten würde.
Deutsche Soldaten in der Ukraine: Worum geht es?
Deutsche Soldaten in der Ukraine sind seit August 2025 ein heiß diskutiertes Thema. Nach dem Trump-Gipfel in Washington deutete Kanzler Merz an, dass Deutschland „mandatspflichtige Beschlüsse“ fassen müsse. Gemeint ist die mögliche Entsendung von Bundeswehrsoldaten zur Absicherung eines Friedensabkommens. Die Debatte betrifft jeden Deutschen – als Steuerzahler, als möglicher Reservist und als Teil einer Gesellschaft, die sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss.
Was ist die Koalition der Willigen?
Die „Koalition der Willigen“ ist ein loser Zusammenschluss von über 30 Staaten unter Führung von Frankreich und Großbritannien. Beim Pariser Gipfel im September 2025 erklärten 26 Länder ihre Bereitschaft, Truppen zur Friedenssicherung in die Ukraine zu entsenden.
| Koalition der Willigen | Details |
|---|---|
| Anzahl Länder | 26 Staaten (Stand September 2025) |
| Führung | Frankreich und Großbritannien |
| Bestätigte Bodentruppen | Frankreich, Großbritannien, Estland |
| Deutschland | Gehört zu den 26 Ländern |
| USA | Keine Bodentruppen, nur Unterstützung |
| Einsatzart | Land, See, Luft, Cyberspace |
Laut Präsident Macron sollen die Truppen nicht an der Frontlinie, sondern in festgelegten geografischen Zonen stationiert werden. Frankreich plant Stationierungen in Städten wie Kiew oder Odessa.
Wie viele deutsche Soldaten könnten eingesetzt werden?
Die genaue Zahl ist noch unklar. In Berlin wird laut Berichten über bis zu 25.000 Bundeswehrsoldaten diskutiert. Experten halten diese Zahl für zu niedrig. Die Stiftung Wissenschaft und Politik rechnet mit mindestens 150.000 Soldaten für einen erfolgreichen Einsatz. Ohne US-Beteiligung könnten laut einer Studie der Brüsseler Denkfabrik Bruegel sogar 300.000 NATO-Soldaten nötig sein.
| Truppenstärke | Zahlen |
|---|---|
| Diskutierte deutsche Soldaten | Bis zu 25.000 |
| Selenskyjs Forderung | 200.000 europäische Soldaten |
| Experten-Schätzung (mit USA) | 150.000 Soldaten |
| Experten-Schätzung (ohne USA) | 300.000 Soldaten |
| Bundeswehr aktiv | Ca. 180.000 Soldaten |
| Geplant in Litauen | 5.000 Soldaten bis 2027 |
Die Bundeswehr verfügt derzeit über etwa 180.000 aktive Soldaten. Davon sollen bis Ende 2027 bereits 5.000 dauerhaft in Litauen stationiert sein. Außenminister Johann Wadephul warnte: „Das zu leisten und zusätzlich noch Truppen in der Ukraine zu stationieren, würde uns voraussichtlich überfordern.“
Welche Position vertritt die Bundesregierung?
Kanzler Friedrich Merz hält sich alle Optionen offen. Nach dem Treffen mit Trump in Washington sagte er, Deutschland habe „eine hohe Verantwortung“ bei möglichen Sicherheitsgarantien. Gleichzeitig betonte Merz: „Bis zu einem Waffenstillstand wird es wahrscheinlich keine Truppenentsendungen geben, und selbst danach wird dies für Deutschland unter erheblichen Vorbehalten stehen.“
Beim London-Gipfel am 8. Dezember 2025 zeigte sich Merz skeptisch gegenüber Details des US-Friedensplans. Die Verhandlungen mit der Trump-Regierung laufen weiter. Laut Elysée-Palast sollen die europäischen Vorschläge in den nächsten Tagen mit Washington abgestimmt werden.
Wie steht die Bevölkerung zum Bundeswehreinsatz?
Eine repräsentative Civey-Umfrage vom August 2025 zeigt: Die Mehrheit der Deutschen lehnt einen Bundeswehreinsatz in der Ukraine ab.
| Umfrage Ergebnis | Prozent |
|---|---|
| Dagegen | 51% |
| Dafür | 36% |
| Unentschieden | 13% |
| Männer dafür | 41% |
| Frauen dafür | 29% |
| AfD-Anhänger dagegen | 83% |
Besonders auffällig: Im Osten Deutschlands lehnen 65 Prozent einen Einsatz ab, im Westen nur 48 Prozent. Die stärkste Zustimmung gibt es bei Grünen-Wählern (53 Prozent dafür) und CDU-Wählern (48 Prozent dafür).
Was sagen die Parteien zum Ukraine-Einsatz?
Die politische Landschaft ist gespalten. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) schloss einen Einsatz nicht aus. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller sagte im Dezember 2025: „Wenn wir Sicherheitsgarantien gemeinsam aussprechen wollen, dann müssen wir eine Rolle spielen. Sicherlich auch Soldaten irgendwann.“
Innerhalb der CDU gibt es unterschiedliche Stimmen. Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, hält es für wahrscheinlich, dass „zumindest einige deutsche Soldaten ihren Dienst in der Ukraine leisten“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lehnt hingegen ab: „Dass deutsche Soldaten in der Ukraine kämpfen, darf kein Thema sein.“
AfD und BSW sind strikt gegen einen Einsatz. Sahra Wagenknecht nannte die Pläne „Wahnsinn“ und warnte vor einer nuklearen Eskalation.
Wer entscheidet über einen Bundeswehreinsatz?
Der Deutsche Bundestag muss Auslandseinsätzen der Bundeswehr zustimmen. Das ist im Grundgesetz verankert. Die Bundeswehr gilt als „Parlamentsarmee“ – ohne Mandat des Bundestags dürfen keine Soldaten ins Ausland entsandt werden.
Was sagt Russland zur Truppenentsendung?
Russland lehnt jede Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine kategorisch ab. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bezeichnete die Pläne als „inakzeptabel“. Das Außenministerium in Moskau warnte: Europäische Truppen in der Ukraine würden zu „legitimen Zielen“ der russischen Armee.
Welche Risiken birgt ein Bundeswehreinsatz?
Experten warnen vor erheblichen Risiken. Dr. Volker Weichsel von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde sagte: „Den europäischen NATO-Staaten fehlen ohne die USA sowohl entsprechende Truppenkontingente als auch die Fähigkeiten, etwa bei der Luftverteidigung oder der Aufklärung.“
Eine „nukleare Abschreckungsgarantie“ von Washington für Angriffe auf europäische Soldaten in der Ukraine sei nicht zu erwarten. BSW-Chefin Wagenknecht betonte: Ein Krieg zwischen NATO und Russland „werde nuklear eskalieren, weil Russland der NATO schon heute konventionell hoffnungslos unterlegen ist.“
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Werden deutsche Soldaten in die Ukraine geschickt?
Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Kanzler Merz hält sich alle Optionen offen, betont aber erhebliche Vorbehalte. Der Bundestag müsste einem Einsatz zustimmen. Vor einem Waffenstillstand mit Russland wird es laut Merz keine Truppenentsendung geben. Die Verhandlungen mit den USA laufen weiter.
Wie viele Bundeswehrsoldaten wären betroffen?
In Berlin werden bis zu 25.000 deutsche Soldaten diskutiert. Experten halten für eine erfolgreiche Friedensmission 150.000 bis 300.000 NATO-Soldaten insgesamt für nötig. Die Bundeswehr hat aktuell nur etwa 180.000 aktive Soldaten und ist bereits mit dem Litauen-Einsatz ausgelastet.
Was ist die Koalition der Willigen?
Die Koalition der Willigen ist ein Zusammenschluss von über 30 Staaten unter Führung von Frankreich und Großbritannien. 26 Länder haben ihre Bereitschaft erklärt, Truppen zur Friedenssicherung in der Ukraine einzusetzen. Deutschland gehört dazu. Die USA schließen eigene Bodentruppen aus.
Was sagen die Deutschen zu einem Ukraine-Einsatz?
Laut einer Civey-Umfrage lehnen 51 Prozent der Deutschen einen Bundeswehreinsatz ab. Nur 36 Prozent sind dafür. Frauen und Ostdeutsche sind besonders kritisch. Bei AfD-Anhängern liegt die Ablehnung bei 83 Prozent. Die stärkste Zustimmung gibt es bei Grünen-Wählern.
Wer entscheidet über den Bundeswehreinsatz?
Der Deutsche Bundestag muss Auslandseinsätzen der Bundeswehr zustimmen. Das ist im Grundgesetz verankert. Ohne Parlamentsmandat dürfen keine Soldaten ins Ausland geschickt werden. Die Bundesregierung kann einen Einsatz nicht alleine beschließen.
Was sind die größten Risiken eines Ukraine-Einsatzes?
Experten warnen vor Personalmangel, fehlender Luftverteidigung und dem Risiko einer Eskalation mit Russland. Moskau droht, europäische Truppen als „legitime Ziele“ zu betrachten. Ohne US-Unterstützung fehlen der NATO wichtige Fähigkeiten. Einige Experten befürchten sogar eine nukleare Eskalation.
Deutsche Soldaten in der Ukraine bleiben ein hochbrisantes Thema. Die Verhandlungen zwischen Europa, den USA und der Ukraine laufen weiter. Ob und wann Bundeswehrsoldaten tatsächlich entsendet werden, hängt von einem Friedensabkommen mit Russland ab – und von der Zustimmung des Bundestags. Die Debatte spaltet Politik und Gesellschaft. Die kommenden Wochen werden zeigen, welchen Kurs Deutschland einschlägt.













