📖 Lesezeit: 6 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2026
Wie ist die aktuelle Grippewelle in Deutschland? Die Grippewelle 2025/2026 begann ungewöhnlich früh in Kalenderwoche 48. Laut RKI lag die ARE-Inzidenz in KW 1/2026 bei rund 6.000 Fällen pro 100.000 Einwohner. Dominierend sind Influenza-A-Viren der Subtypen H3N2 und H1N1. Der Höhepunkt wird für Januar 2026 erwartet.
Die Grippewelle 2025/2026 hat Deutschland und Europa früher als gewöhnlich erreicht. Am 13. Januar 2026 zeigen die aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI), dass die Influenza-Aktivität seit dem Jahreswechsel leicht gesunken ist – doch Entwarnung gibt es nicht. Die WHO rechnet mit einem Höhepunkt der europäischen Grippewelle noch im Januar.
In diesem Artikel erfahren Sie alles über die aktuelle Lage, typische Grippe-Symptome, den Unterschied zur Erkältung und wie Sie sich schützen können. Besonders wichtig: Die STIKO hat ihre Impfempfehlungen für die Saison 2025/2026 aktualisiert.
Inhaltsverzeichnis
- Aktuelle Zahlen: So steht es um die Grippewelle
- Grippewelle in Europa: WHO warnt vor schwerem Verlauf
- Grippe oder Erkältung? So unterscheiden Sie die Symptome
- Wer ist besonders gefährdet?
- Grippeimpfung: Was empfiehlt die STIKO?
- Behandlung: Was hilft bei einer Grippe?
- So schützen Sie sich vor Ansteckung
- Häufig gestellte Fragen zur Grippewelle
- Fazit: Grippewelle ernst nehmen, aber nicht in Panik geraten
Aktuelle Zahlen: So steht es um die Grippewelle
Das Robert Koch-Institut überwacht die Grippe-Aktivität kontinuierlich. Die neuesten Daten zeigen: Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE) ist wie üblich zum Jahreswechsel gesunken, liegt aber weiterhin auf erhöhtem Niveau.
| Kennzahl | Wert (KW 1/2026) | Vorwoche |
|---|---|---|
| ARE-Inzidenz | 6.000 pro 100.000 | 7.400 pro 100.000 |
| Neuerkrankungen geschätzt | ca. 5,0 Millionen | – |
| 7-Tage-Inzidenz Grippe | 17,85 pro 100.000 | stabil |
| Dominante Virustypen | Influenza A (H3N2, H1N1) | – |
| Grippewelle-Start | KW 48 (2025) | – |
In der 1. Kalenderwoche 2026 wurden bei 51 Prozent aller untersuchten Proben Influenza-A- oder -B-Viren nachgewiesen. Der Subtyp A(H3N2) dominiert mit 86 von 110 Nachweisen, gefolgt von A(H1N1)pdm09 mit 22 Fällen.

Grippewelle in Europa: WHO warnt vor schwerem Verlauf
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet in Europa eine ungewöhnlich starke Grippewelle. In 27 von 38 Ländern der europäischen WHO-Region wurde bereits eine hohe oder sehr hohe Influenza-Aktivität registriert. Die Welle begann etwa vier Wochen früher als in den Vorjahren.
Besonders betroffen sind derzeit Irland, Montenegro, Serbien, Slowenien und das Vereinigte Königreich. Dort waren mehr als die Hälfte aller Patienten mit grippeähnlichen Symptomen tatsächlich mit Influenza infiziert. Der Treiber der Welle ist vor allem das Influenza-A(H3N2)-Virus in der Subklade K.
💡 Gut zu wissen: Die Grippewelle 2024/25 dauerte 16 Wochen und endete in KW 14. Für die Saison 2025/26 wird ein ähnlicher Verlauf erwartet – mit einem Höhepunkt im Januar.
Grippe oder Erkältung? So unterscheiden Sie die Symptome
Viele Menschen verwechseln eine echte Grippe (Influenza) mit einer harmlosen Erkältung (grippaler Infekt). Das Bundesgesundheitsministerium weist darauf hin, dass eine sichere Unterscheidung allein anhand der Symptome nicht möglich ist – ein Labortest schafft Klarheit.
| Merkmal | Grippe (Influenza) | Erkältung |
|---|---|---|
| Krankheitsbeginn | Plötzlich, schlagartig | Allmählich, schleichend |
| Fieber | Hoch (oft über 38°C) | Selten, leicht erhöht |
| Kopfschmerzen | Stark, häufig | Leicht, manchmal |
| Gliederschmerzen | Stark ausgeprägt | Selten |
| Husten | Trockener Reizhusten | Produktiver Husten |
| Schnupfen | Möglich, nicht typisch | Hauptsymptom |
| Krankheitsgefühl | Stark, Abgeschlagenheit | Leicht bis mäßig |
| Dauer | 5–7 Tage (Husten länger) | 1–2 Wochen |
| Komplikationen | Häufiger, teils schwer | Selten |
Wer ist besonders gefährdet?
Eine Grippe kann bei gesunden Erwachsenen unter 60 Jahren meist ohne schwere Komplikationen verlaufen. Bestimmte Risikogruppen sind jedoch besonders gefährdet für schwere Verläufe:
- Ältere Menschen ab 60 Jahren: Geschwächtes Immunsystem
- Schwangere: Erhöhtes Risiko für Komplikationen
- Menschen mit chronischen Erkrankungen: Diabetes, Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Nierenerkrankungen
- Immungeschwächte Personen: Nach Transplantation, bei HIV oder Krebstherapie
- Säuglinge und Kleinkinder: Unreifes Immunsystem
- Bewohner von Pflegeheimen: Enger Kontakt zu anderen
In Deutschland sterben während einer typischen Grippesaison laut RKI zwischen 5.000 und 8.000 Menschen an den Folgen einer Influenza-Infektion. Die meisten Todesfälle betreffen ältere Menschen.
Grippeimpfung: Was empfiehlt die STIKO?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlungen für die Saison 2025/2026 aktualisiert. Neu ist: Alle Personen ab 60 Jahren sollen mit einem Hochdosis- oder MF59-adjuvantierten Influenza-Impfstoff geimpft werden. Diese wirkungsverstärkten Impfstoffe zeigen in dieser Altersgruppe eine bessere Wirksamkeit als Standardimpfstoffe.
Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung für:
- Alle Personen ab 60 Jahren
- Schwangere (ab dem 2. Trimenon)
- Personen mit chronischen Grunderkrankungen
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
- Medizinisches Personal und Pflegekräfte
- Personen mit erhöhtem Risiko durch Kontakt zu Geflügel
⚠️ Wichtig: Das RKI rät, sich bereits ab Oktober bis Mitte Dezember impfen zu lassen. Wer die Impfung verpasst hat, kann sie auch jetzt noch nachholen – der Schutz baut sich nach 10 bis 14 Tagen auf.
Für die Saison 2025/2026 stehen ausschließlich trivalente Impfstoffe zur Verfügung. Die WHO hat festgestellt, dass Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie seit März 2020 nicht mehr nachgewiesen wurden und daher nicht mehr im Impfstoff enthalten sein müssen. Für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff als Nasenspray.

Behandlung: Was hilft bei einer Grippe?
Bei einer unkomplizierten Grippe steht die symptomatische Behandlung im Vordergrund. Das Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt:
- Bettruhe: In der akuten Phase zu Hause bleiben
- Viel trinken: Besonders bei Fieber (Wasser, Tee)
- Fieber senken: Paracetamol oder Ibuprofen (kein Aspirin bei Kindern!)
- Inhalieren: Bei Husten und verstopfter Nase
- Lüften: Regelmäßig das Krankenzimmer durchlüften
Antivirale Medikamente (Neuraminidase-Hemmer wie Oseltamivir/Tamiflu oder Zanamivir/Relenza) können die Krankheitsdauer verkürzen – aber nur, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn eingenommen werden. Sie werden vor allem für Risikopatienten empfohlen. Ähnlich wie bei der Planung der Altersvorsorge für Handwerker gilt auch hier: Rechtzeitige Vorsorge ist entscheidend.
So schützen Sie sich vor Ansteckung
Neben der Impfung gibt es weitere Maßnahmen, um das Ansteckungsrisiko zu senken:
- Händehygiene: Regelmäßig und gründlich Hände waschen (mindestens 20 Sekunden)
- Abstand halten: Besonders zu hustenden oder niesenden Personen
- Maske tragen: In Phasen starker Viruszirkulation (Grippewelle) in Innenräumen
- Nicht ins Gesicht fassen: Viren gelangen über Mund, Nase und Augen in den Körper
- Oberflächen reinigen: Türklinken, Handläufe regelmäßig desinfizieren
- Lüften: Regelmäßiger Luftaustausch in Innenräumen
Wer selbst erkrankt ist, sollte 3 bis 5 Tage zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen – besonders zu Risikogruppen – möglichst einschränken.

Häufig gestellte Fragen zur Grippewelle
Fazit: Grippewelle ernst nehmen, aber nicht in Panik geraten
Die Grippewelle 2025/2026 hat früher als gewöhnlich begonnen und erreicht aktuell ihren Höhepunkt. Die gute Nachricht: Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen ist seit dem Jahreswechsel gesunken und liegt im Rahmen des Üblichen. Dennoch sollten besonders Risikogruppen die Grippeimpfung nachholen und die bekannten Hygienemaßnahmen beachten.
Wer Symptome einer akuten Atemwegserkrankung hat, sollte zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen einschränken. Bei schwerem Verlauf oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ist ein Arztbesuch ratsam. Die Grippewelle wird voraussichtlich noch bis April andauern – bleiben Sie informiert und schützen Sie sich und andere.
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Redaktion Mindelmedia News | Gesundheit & Aktuelles
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