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Home Nachrichten

Unwort des Jahres 2025: „Sondervermögen“ – Jury kritisiert Verschleierung von Schulden

MM von MM
13. Januar 2026
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Unwort des Jahres 2025 „Sondervermögen – Jury kritisiert Verschleierung von Schulden
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📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2026

Was ist das Unwort des Jahres 2025? Das Unwort des Jahres 2025 lautet „Sondervermögen“. Die Jury der sprachkritischen Aktion gab die Entscheidung am 13. Januar 2026 in Marburg bekannt. Der Begriff verschleiere, dass es sich eigentlich um Staatsschulden handelt – nicht um Vermögen.

Das Unwort des Jahres 2025 steht fest: Die Jury in Marburg hat am 13. Januar 2026 den Begriff „Sondervermögen“ zum diesjährigen Unwort gewählt. Mit dieser Entscheidung rücken die Sprachwissenschaftler einen Begriff ins Zentrum der Kritik, der die politischen Debatten über Staatsverschuldung im vergangenen Jahr stark geprägt hat.

Die Begründung der Jury ist eindeutig: Der Ausdruck „Sondervermögen“ verdecke in der öffentlichen Kommunikation, worum es tatsächlich geht – nämlich die Aufnahme von Schulden. Viele Bürgerinnen und Bürger verstehen unter „Vermögen“ im Alltag etwas Positives, während der Begriff im Staatshaushalt einen schuldenfinanzierten Nebenhaushalt bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis
  1. Warum wurde „Sondervermögen" zum Unwort des Jahres 2025 gewählt?
  2. Die Unwort-Jury: Wer entscheidet?
  3. Welche Begriffe wurden noch vorgeschlagen?
  4. Was sind die Kriterien für ein Unwort?
  5. Alle Unwörter der letzten Jahre im Überblick
  6. Wort des Jahres 2025: „KI-Ära"
  7. Wie kann man Vorschläge einreichen?
  8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
  9. Fazit: „Sondervermögen" verschleiert Staatsschulden

Warum wurde „Sondervermögen“ zum Unwort des Jahres 2025 gewählt?

Die Jury kritisiert den Begriff als euphemistisch und irreführend. Im Alltagssprachgebrauch verbinden Menschen mit „Vermögen“ eine spezielle Menge an Eigentum – also etwas Wertvolles. Im Fachdiskurs über den Staatshaushalt meint „Sondervermögen“ jedoch einen Nebenhaushalt, der mit der Aufnahme von Schulden oder einer Kreditermächtigung verbunden ist.

„Der Gebrauch des Technizismus in der öffentlichen Kommunikation verdeckt, was mit ihm gemeint ist“, erklärt die Jury in ihrer Begründung. Diese Diskrepanz zwischen Alltagsbedeutung und Fachbedeutung führe zu einer manipulativen Wirkung. Demokratische Debatten über die Notwendigkeit der Schuldenaufnahme würden dadurch unterminiert.

Das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr und weitere geplante Sondervermögen für Infrastruktur haben den Begriff 2025 besonders präsent gemacht. Ähnlich wie bei der Erbschaftssteuer 2026 geht es auch hier um komplexe Finanzbegriffe, die für Bürger oft schwer durchschaubar sind.

Warum wurde „Sondervermögen" zum Unwort gewählt?

Die Unwort-Jury: Wer entscheidet?

Die Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres arbeitet institutionell unabhängig und ehrenamtlich. Die Jury besteht aus vier Sprachwissenschaftlern und einer Journalistin:

Name Funktion Institution
Prof. Constanze Spieß Jury-Sprecherin Universität Marburg
Prof. Kristin Kuck Sprachwissenschaftlerin Universität Magdeburg
Prof. Martin Reisigl Sprachwissenschaftler Universität Wien
Prof. David Römer Sprachwissenschaftler Universität Kassel
Alexandra-Katharina Kütemeyer Journalistin –
Ronen Steinke Gastmitglied 2025 Journalist, Autor, Jurist

Das Gastmitglied Ronen Steinke wählte als sein persönliches Unwort den Begriff „Umsiedlung“. Damit hätten israelische und amerikanische Politiker 2025 dafür geworben, die Bevölkerung des Gazastreifens dauerhaft in ein anderes Land zu schicken. „Was klingt wie eine Wohltat, verschleiert ein Verbrechen“, so die Begründung.

Welche Begriffe wurden noch vorgeschlagen?

Insgesamt gingen 2.631 Einsendungen mit 533 verschiedenen Ausdrücken bei der Jury ein. Etwa 70 davon erfüllten die Kriterien für ein Unwort. Neben „Sondervermögen“ wurden unter anderem folgende Begriffe vorgeschlagen:

Vorgeschlagenes Wort Kontext
Asylwende Migrationspolitik
Deal Von Donald Trump häufig verwendet
Drecksarbeit Friedrich Merz über Israel-Iran-Konflikt
Stadtbild Friedrich Merz zur Migrationsdebatte
Zustrombegrenzungsgesetz Migrationspolitik

Bei der Entscheidung kommt es nicht darauf an, wie häufig ein Wort vorgeschlagen wurde. Die Jury prüft stattdessen, ob die Kriterien für den Unwort-Status erfüllt sind.

Was sind die Kriterien für ein Unwort?

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das Unwort des Jahres bis 1994 gewählt. Seitdem arbeitet die Jury unabhängig. Als „unwortverdächtig“ gelten Formulierungen, die:

  • gegen das Prinzip der Menschenwürde verstoßen
  • gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen
  • gesellschaftliche Gruppen diskriminieren
  • euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind

Die Aktion möchte auf unangemessene Formen des öffentlichen Sprachgebrauchs aufmerksam machen und das Sprachbewusstsein in der Bevölkerung fördern.

Was sind die Kriterien für ein Unwort?

Alle Unwörter der letzten Jahre im Überblick

Jahr Unwort des Jahres Begründung
2025 Sondervermögen Verschleiert Staatsschulden
2024 biodeutsch Rassistischer Gebrauch
2023 Remigration Rechtsextremer Euphemismus
2022 Klimaterroristen Kriminalisiert Klimaaktivisten
2021 Pushback Verschleiert Gewalt an Flüchtlingen
2020 Corona-Diktatur / Rückführungspatenschaften Erstmals zwei Unwörter
2019 Klimahysterie Diffamiert Klimabewegung
1991 ausländerfrei Erstes Unwort des Jahres

Wort des Jahres 2025: „KI-Ära“

Neben dem Unwort wird auch ein Wort des Jahres gewählt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden kürte im Dezember 2025 den Begriff „KI-Ära“ zum Wort des Jahres 2025. Damit verwies die Jury auf die revolutionären gesellschaftlichen Veränderungen durch Künstliche Intelligenz.

Das Wort des Jahres wird nach anderen Kriterien gewählt als das Unwort. Es geht dabei um Begriffe, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland sprachlich besonders bestimmt haben – ohne negative Wertung.

Wie kann man Vorschläge einreichen?

Jeder kann bis zum 31. Dezember eines Jahres Vorschläge für das Unwort des Jahres einreichen. Die Einsendung erfolgt per E-Mail an [email protected]. Wichtig ist eine kurze Begründung sowie Quellenangaben, wo der Begriff verwendet wurde.

Die Jury „kreiert“ keine Unwörter, sondern wählt aus den eingereichten Vorschlägen aus. Eine hohe Zahl an Einsendungen für einen bestimmten Begriff garantiert nicht die Wahl – entscheidend sind die inhaltlichen Kriterien.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

▸ Was ist das Unwort des Jahres 2025?

Das Unwort des Jahres 2025 ist „Sondervermögen“. Die Jury kritisiert, dass der Begriff die Aufnahme von Staatsschulden verschleiert und Bürger in die Irre führt.

▸ Wann wurde das Unwort des Jahres 2025 bekannt gegeben?

Die Bekanntgabe erfolgte am 13. Januar 2026 um 9 Uhr an der Philipps-Universität Marburg. Die Jury gibt das Unwort traditionell Mitte Januar des Folgejahres bekannt.

▸ Warum ist „Sondervermögen“ ein Unwort?

Der Begriff ist euphemistisch und irreführend. Während „Vermögen“ im Alltag etwas Positives bedeutet, bezeichnet „Sondervermögen“ im Staatshaushalt schuldenfinanzierte Nebenhaushalte. Diese Diskrepanz verdeckt die wahre Bedeutung.

▸ Was war das Unwort des Jahres 2024?

Das Unwort des Jahres 2024 war „biodeutsch“. Die Jury kritisierte, dass der Begriff vor allem in sozialen Medien in rassistischer und nationalistischer Weise verwendet wird.

▸ Wer wählt das Unwort des Jahres?

Eine unabhängige Jury aus vier Sprachwissenschaftlern, einer Journalistin und einem jährlich wechselnden Gastmitglied. 2025 war der Journalist Ronen Steinke Gastmitglied. Die Jury arbeitet ehrenamtlich.

▸ Wie kann ich ein Unwort vorschlagen?

Vorschläge können bis zum 31. Dezember per E-Mail an [email protected] eingereicht werden. Eine Begründung und Quellenangaben sind erforderlich.

Fazit: „Sondervermögen“ verschleiert Staatsschulden

Mit der Wahl von „Sondervermögen“ zum Unwort des Jahres 2025 macht die Jury auf einen Begriff aufmerksam, der die öffentliche Debatte über Staatsfinanzen verzerrt. Während Politiker von „Vermögen“ sprechen, geht es tatsächlich um Schulden – eine Diskrepanz, die viele Bürger nicht durchschauen.

Die Entscheidung fügt sich in die Tradition der Unwort-Aktion ein, die seit 1991 sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation kritisiert. Ob „ausländerfrei“ (1991), „Klimahysterie“ (2019) oder nun „Sondervermögen“ – die Jury zeigt, wie Sprache Politik macht und Wahrnehmung beeinflusst.


Über den Autor

Redaktion Mindelmedia News | Nachrichten & Aktuelles

Unsere Redaktion berichtet über aktuelle Ereignisse aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Wir recherchieren unabhängig und präsentieren Fakten verständlich aufbereitet.

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Tags: Constanze SpießKI-ÄraMarburg UnwortRonen SteinkeSondervermögenSprachkritikStaatsschuldenUnwort des JahresUnwort des Jahres 2025Wort des Jahres 2025
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Autor

Maik Möhring
Geschrieben von Maik Möhring

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