Im Privatkonkurs von Karl-Heinz Grasser, dem ehemaligen österreichischen Finanzminister, hat das Bezirksgericht Kitzbühel am Dienstag Schulden in Höhe von 23,1 Millionen Euro anerkannt. Dies ist das Ergebnis einer Prüfungstagsatzung, bei der die angemeldeten Forderungen der Gläubiger geprüft wurden. Grasser hatte Ende April 2025 seinen Privatkonkurs angemeldet.

Karl-Heinz Grasser: Vom Aufstieg zum Fall
Karl-Heinz Grasser war von 2000 bis 2007 Finanzminister Österreichs. Seine Amtszeit war von wirtschaftspolitischen Reformen und Privatisierungen geprägt. Nach seiner politischen Karriere geriet Grasser jedoch in den Fokus der Justiz. Im Dezember 2020 wurde er im sogenannten BUWOG-Prozess wegen Untreue und anderer Delikte zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ein detailliertes Profil seiner Karriere findet sich auf der Seite des Österreichischen Parlaments.
Aktuelle Entwicklungen im Privatkonkurs
Wie ORF Tirol berichtet, wurden im Zuge des Privatkonkurses Forderungen von insgesamt 35,6 Millionen Euro angemeldet. Der Insolvenzverwalter Herbert Matzunski erkannte davon 23,1 Millionen Euro an. Hauptgläubigerin ist die Republik Österreich, die zum einen 12,9 Millionen Euro Schadenersatz aus dem BUWOG-Strafverfahren fordert, zum anderen eine Steuerforderung von 10,1 Millionen Euro geltend macht. Diese Ansprüche wurden vom Insolvenzverwalter als berechtigt angesehen. (Lesen Sie auch: Wochenhoroskop: Was erwartet den Widder vom 13.…)
Eine bedingte Forderung über knapp 12,5 Millionen Euro, die vom ebenfalls im BUWOG-Prozess verurteilten Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics gestellt wurde, wurde hingegen bestritten. Damit hält sich Petrikovics den Weg des Regresses bei Grasser offen, da die idente Forderung bereits von der Republik angemeldet wurde.
Laut DiePresse.com wird erwartet, dass ein Großteil der Schulden durch Gelder von Grassers Konto in Liechtenstein gedeckt werden könnten. Grasser selbst war bei der Tagsatzung in Kitzbühel nicht anwesend, hat sich aber entschuldigt. Eine seiner Uhren wurde bereits verkauft, um die Schulden zu begleichen.
Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten, lebt karl-heinz grasser derzeit mit einer Fußfessel in Kitzbühel und arbeitet dort für rund 2200 Euro brutto im Monat in einem Einrichtungsgeschäft. Ein Geldwäsche-Verfahren in Liechtenstein spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle in seinem Privatkonkurs. (Lesen Sie auch: Wochenhoroskop: Was erwartet den Widder vom 13.…)
Reaktionen und Einordnung
Die Privatinsolvenz von karl-heinz grasser ist ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte seiner juristischen Auseinandersetzungen. Sie verdeutlicht die finanziellen Konsequenzen der Verurteilung im BUWOG-Prozess und die damit verbundenen Schadenersatzforderungen. Die Republik Österreich als Hauptgläubigerin ist bestrebt, einen möglichst großen Teil der ausstehenden Gelder zurückzuerhalten. Der Fall Grasser sorgt weiterhin für öffentliches Interesse und wird in den Medien intensiv verfolgt.
Karl-Heinz Grasser: Was bedeutet der Konkurs? / Ausblick
Der Privatkonkurs von karl-heinz grasser hat mehrere Auswirkungen. Zum einen bedeutet er für Grasser selbst eine erhebliche Einschränkung seiner finanziellenHandlungsfähigkeit. Zum anderen ist er ein Schlag für das Ansehen des ehemaligen Finanzministers. Für die Republik Österreich bedeutet der Konkurs, dass sie möglicherweise einen Teil ihrer Forderungen abschreiben muss, auch wenn sie auf Gelder aus Liechtenstein hofft.
Die Creditreform geht davon aus, dass Grasser seinen Gläubigern eine Quote von drei Prozent anbietet. Ob die Gläubiger diesem Zahlungsplan zustimmen, ist derzeit noch unklar. (Lesen Sie auch: CSK VS KKR: gegen: Chennai Super Kings…)

Überblick über die anerkannten Forderungen
Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick über die anerkannten Forderungen im Privatkonkurs von Karl-Heinz Grasser:
| Gläubiger | Forderung | Anerkannt |
|---|---|---|
| Republik Österreich (Schadenersatz) | 12,9 Mio. Euro | Ja |
| Republik Österreich (Steuerforderung) | 10,1 Mio. Euro | Ja |
| Karl Petrikovics (bedingte Forderung) | 12,5 Mio. Euro | Nein |
| Weitere Gläubiger | ca. 1 Mio. Euro | Teilweise |
Häufig gestellte Fragen zu karl-heinz grasser
Wie hoch sind die anerkannten Schulden von Karl-Heinz Grasser im Privatkonkurs?
Im Privatkonkurs von Karl-Heinz Grasser wurden Schulden in Höhe von 23,1 Millionen Euro anerkannt. Diese setzen sich hauptsächlich aus Schadenersatzforderungen und Steuerschulden gegenüber der Republik Österreich zusammen. Ein Teil der angemeldeten Forderungen wurde jedoch bestritten.
Wer ist der Hauptgläubiger im Privatkonkurs von Karl-Heinz Grasser?
Der Hauptgläubiger im Privatkonkurs von Karl-Heinz Grasser ist die Republik Österreich. Sie fordert zum einen 12,9 Millionen Euro Schadenersatz aus dem BUWOG-Strafverfahren und zum anderen eine Steuerforderung von 10,1 Millionen Euro. (Lesen Sie auch: Schock beim BVB: Serhou Guirassy verletzt sich…)
Warum wurde Karl-Heinz Grasser im BUWOG-Prozess verurteilt?
Karl-Heinz Grasser wurde im BUWOG-Prozess wegen Untreue und anderer Delikte verurteilt. Es ging dabei um den Vorwurf, dass er bei der Privatisierung der Bundeswohnungen (BUWOG) und anderen Immobiliengeschäften unrechtmäßig Provisionen erhalten habe.
Welche Rolle spielt das Geldwäsche-Verfahren in Liechtenstein im Fall Grasser?
Das Geldwäsche-Verfahren in Liechtenstein spielt eine wesentliche Rolle, da vermutet wird, dass sich auf Konten in Liechtenstein Gelder befinden, die aus den Straftaten im Zusammenhang mit dem BUWOG-Prozess stammen. Diese Gelder könnten zur Begleichung der Schulden im Privatkonkurs verwendet werden.
Wie geht es für Karl-Heinz Grasser jetzt weiter?
Karl-Heinz Grasser lebt derzeit mit einer Fußfessel in Kitzbühel und arbeitet in einem Einrichtungsgeschäft.Zudem ist das Urteil im BUWOG-Prozess noch nicht rechtskräftig.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.


