Katja Ebstein gehört zu den größten Schlagerstars Deutschlands und ist eine ESC-Ikone. Doch ihr Leben ist auch geprägt von schweren Zeiten und Schicksalsschlägen, auf die GALA zurückblickt.
Katja Ebstein, 81, die eigentlich Karin Ilse Witkiewicz heißt, gilt als Schlagerikone und erfolgreichste ESC-Teilnehmerin ohne Sieg. Gleich drei Mal schaffte es die Sängerin in die Top drei: 1970 mit „Wunder gibt es immer wieder“, der Song, der sie berühmt machte, 1971 mit „Diese Welt“ sowie 1980 mit „Theater“, da belegte sie sogar den zweiten Platz.
So erfolgreich ihre Karriere bis dato auch gewesen ist: Ihr Privatleben war immer wieder von Leidensphase durchzogen. GALA blickt zurück auf manche dieser Stationen.
Katja Ebstein wuchs in Armut auf
Ihr Leben begann bereits herausfordernd: Katja Ebstein kam im März 1945, kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges, in Oberschlesien zur Welt. Mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Ursula Becker flüchtete sie nach Berlin und wuchs in Reinickendorf auf.
Ihre Familie sei zwar arm gewesen, aber Katja Ebstein hat ihre Kindheit in den Berliner Nachkriegsjahren als sehr liebevoll empfunden. „Mutti war mein Nest, mehr als liebevoll“. Sie sei „wie ein kleiner Ofen“ gewesen, an der sich „alle gewärmt“ haben, so die Sängerin 2025 in der BR-Dokureihe „Lebenslinien“.
Katjas Schwester Ursula, die ebenfalls zu Wort kommt, erinnert sich: „Wir lebten von sozialer Unterstützung, bis unser Vater seine Rente bekam, er war ja 100 Prozent kriegsbeschädigt“, und schwärmt dann von dem „unglaublichen Zusammenhalt“ der Familie.
Ebstein wurde wegen ihres Aussehens in der Schule gemobbt
Die Schulzeit nahm Katja Ebstein als „Leidenszeit“ wahr. Sie erninnert sich in der „Lebenslinien“-Doku „Katja Ebstein · Schlagerstar mit Widerspruch“:
Ich war ziemlich zäh, aber eben dürr wie eine Spindel. Ich konnte einfach nichts essen. Das Beste haben sie mir vorgesetzt und ich konnte es einfach nicht essen. Tod auf Latschen haben sie mir hinterhergeschrien.
© Lebenslinien-Doku des BR: „Katja Ebstein – Schlagerstar mit Widerspruch“
Diese Erfahrung als junges Mädchen habe Epstein „früh reifen lassen“. Weil sie „diese Öffentlichkeit ertragen musste: in der Schule […], wo man natürlich gemobbt wurde in gewisser Weise. Das war für mich eine Leidenszeit“, so die Schlagerikone in der „Lebenslinien“-Doku.
Als Kind sei sie ein „sehr unruhiges Wesen und sehr unzufrieden“ gewesen. Ihre Mutter habe zu Katja Ebstein gesagt: „Kümmere dich doch mal um dich selbst. Sei doch ein bisschen zufriedener. […] Das ist heute viel besser“, betont die Sängerin.
Ihre erste Ehe ging nach nur vier Jahren in die Brüche
Ihre Gesangskarriere begann die politisch in der linken Szene sehr aktive Katja Ebstein in den 60er-Jahren. Zu ihren Freund:innen zählten unter anderem der bei einer Demo von einem Polizisten erschossene Benno Ohnesorg, †26. Sie demonstrierten gegen Wiederbewaffnung, Mauerbau, Vietnamkrieg und Atomwaffen. Ihnen sei eine friedliche Koexistenz mit dem Osten wichtig gewesen.
© Ossinger
1970 schaffte Katja Ebstein mit „Wunder gibt es immer wieder“ den Durchbruch. Der Komponist? Ihr erster Ehemann Christian Bruhn, 91, mit dem sie von 1972 bis 1976 verheiratet gewesen ist. Zu ihm hat Ebstein heute noch Kontakt und besucht ihn laut der „Lebenslinien“-Doku gern in seinem Haus in Solln, das in einem der exklusivsten Münchener Stadtteile liegt. Dort lebte sie einst mit ihm.
© Eventpress Kochan
Unerfüllter Kinderwunsch
Kinder hat Katja Ebstein nie bekommen, obwohl sie es sich hätte vorstellen können. In der „Lebenslinien“-Doku schildert die ESC-Teilnehmerin: „Die Antibabypille habe ich mal fünf Jahre lang genommen. Als ich dann ein Kind haben wollte, ging der Körper überhaupt nicht. Du hast den buchstäblich verstellt in seinen natürlichen Abläufen.“ Zudem stand die Karriere meist an erster Stelle.
Katja Ebstein verliert zweiten Ehemann viel zu früh an den Krebs
Nach dem Aus ihrer ersten Ehe begegnete Katja Ebstein mit 31 Jahren ihrer großen Liebe: dem Regisseur Klaus Überall, †83, den sie 1979 heiratete. „Wir hatten Freude miteinander“, der gemeinsame Humor habe ihre Liebe ausgemacht, schwärmt die Sängerin 2025 in der „Lebenslinien“-Doku. Auch mit ihm arbeitete sie. Überall inszenierte Epstein in zahlreichen Shows und unterstütze ihr politisches Engagement.
© Heinz Browers
Mit ihm zog die ESC-Ikone in ein Haus in ein kleines oberbayerisches Dorf, in dem sie heute noch lebt. „Er war für mich eine Art Lebensmensch“, von dem sich Katja Ebstein Ende Oktober 2008 leider viel zu früh verabschieden musste. Denn Klaus Überall erkrankte an einem „asbestanhängigen Typus von Lungenkrebs“, so Ebstein, die sich in der Doku an seine letzten schlimmen Tage erinnert.
© Sascha Radke
Die letzten Tage ihres Mannes waren besonders schlimm
„Die letzten vier Tage da gab es diese Schmerzbetäubung durch Morphium. Wenn es dich fast zerreißt, weil der Stoffwechsel nicht mehr geht, dann musst du ins Krankenhaus. Da war er dann drei Tage“ – bis er starb. Über den schlimmen Verlust sagt Katja Ebstein heute: „Für mich gibt es keine Trauerarbeit, […] das macht die Zeit.“ Die Natur in Bayern sei „sehr tröstlich“ und habe Ebstein in dieser schweren Zeit des Abschiednehmens geholfen – bis heute.
Verwendete Quelle: BR-Dokumentarfilm-Reihe „Lebenslinien“: „Katja Ebstein · Schlagerstar mit Widerspruch“, abgerufen in der ARD-Mediathek
Quelle: Gala

