Eine 17 Quadratmeter kleine Kellerwohnung mieten für 1090 Franken – dieser Inserat in Kriens im Kanton Luzern sorgt für Empörung. Das Besondere: Die Wohnung hat offenbar keine Bewilligung. Die Gemeinde hat nun ein Verfahren eingeleitet. Solche Fälle extremer Wohnraumknappheit scheinen zuzunehmen.

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Immobilien-Irrsinn in Luzern: Was steckt dahinter?
Der Fall der Kellerwohnung in Kriens ist kein Einzelfall. In der Schweiz, besonders in Ballungszentren wie Luzern, spitzt sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt immer weiter zu. Hohe Preise und knapper Wohnraum führen dazu, dass immer öfter unkonventionelle oder gar unzumutbare Wohnlösungen angeboten werden. Der Fall in Kriens zeigt, wie angespannt die Lage ist und wie wichtig es ist, dass die Behörden genau hinschauen. (Lesen Sie auch: Mai Bern: Demo Zieht am Bundeshaus Vorbei…)
Die wichtigsten Fakten
- In Kriens LU wird eine 17qm Kellerwohnung für 1090 CHF angeboten.
- Die Wohnung hat offenbar keine Bewilligung.
- Die Stadt Kriens hat ein Verfahren eingeleitet.
- Solche Extremfälle nehmen laut Medienberichten zu.
Wie häufig sind solche Fälle von illegalen Kellerwohnungen?
Genaue Zahlen, wie viele illegal ausgebaute Kellerwohnungen es in der Schweiz gibt, sind schwer zu ermitteln. Oftmals werden solche Wohnungen nicht offiziell gemeldet oder tauchen erst durch Zufall auf. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer beträchtlich ist. Ein Grund dafür ist die hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum, die Vermieter dazu verleitet, auch ungeeignete Räume zu vermieten. Das Bundesamt für Statistik erhebt zwar Daten zur Wohnraumsituation, illegale Bauten werden darin aber nicht erfasst.
Welche rechtlichen Konsequenzen drohen bei illegalen Umbauten?
Wer ohne Bewilligung eine Kellerwohnung ausbaut und vermietet, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Neben einer Geldbuße kann die Gemeinde auch den Rückbau der Wohnung anordnen. Zudem drohen zivilrechtliche Konsequenzen, wenn die Wohnung nicht den baurechtlichen Vorschriften entspricht und beispielsweise Sicherheitsmängel aufweist. Mieter haben in solchen Fällen unter Umständen Anspruch auf Schadenersatz oder Mietminderung. Wie Blick berichtet, hat die Stadt Kriens bereits ein Verfahren eingeleitet. (Lesen Sie auch: Unbewilligte Demo Zürich: Krawalle und Brennende Reifen)
Wer eine Kellerwohnung mieten möchte, sollte unbedingt prüfen, ob eine gültige Baubewilligung vorliegt und ob die Wohnung den geltenden Brandschutzbestimmungen entspricht. Im Zweifelsfall sollte man sich vorab bei der Gemeinde erkundigen.
Warum sind die Mieten in Luzern so hoch?
Die hohen Mieten in Luzern sind das Ergebnis verschiedener Faktoren. Zum einen ist die Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt und der Agglomeration gross, da Luzern ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität ist. Zum anderen ist das Angebot an verfügbaren Wohnungen begrenzt, da die Stadt flächenmässig begrenzt ist und nur wenig Neubau stattfindet. Hinzu kommt, dass viele Wohnungen im oberen Preissegment angesiedelt sind, was die Situation für Menschen mit geringem Einkommen zusätzlich erschwert. Laut einer Studie der NZZ gehört Luzern zu den teuersten Städten der Schweiz. (Lesen Sie auch: Villa Zürich Miete: Preisnachlass für Luxusimmobilie?)
Wie können Mieter sich gegen überhöhte Mieten wehren?
Mieter in der Schweiz haben verschiedene Möglichkeiten, sich gegen überhöhte Mieten zu wehren. Sie können beispielsweise bei der zuständigen Schlichtungsbehörde einen Antrag auf Mietzinsüberprüfung stellen. Wenn die Miete tatsächlich überhöht ist, kann die Schlichtungsbehörde eine Mietzinsreduktion anordnen. Zudem haben Mieter das Recht, sich bei Mängeln an der Wohnung zu beschweren und eine Mietminderung zu fordern. Der Mieterinnen- und Mieterverband bietet hierzu umfassende Beratung an.

Die Situation in Luzern ist symptomatisch für viele Schweizer Städte. Der Wohnraum wird immer knapper und teurer, was vor allem Menschen mit geringem Einkommen trifft. Es braucht dringend Massnahmen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Mietpreise zu regulieren. (Lesen Sie auch: Miet-Rabatt für Ladenhüter: Teuerste Villa Zürichs steht…)
Der Fall der Kellerwohnung in Kriens zeigt, wie wichtig es ist, dass die Behörden die Einhaltung der Baubestimmungen kontrollieren und gegen illegale Umbauten vorgehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Menschen in der Schweiz ein angemessenes und sicheres Zuhause haben. Die Debatte um bezahlbaren Wohnraum wird in der Schweiz weitergehen müssen, um langfristige Lösungen zu finden.





