Lebensmittelpreise Steigen: Ein Krieg im Iran könnte die Kosten für Lebensmittel in Deutschland erhöhen. Steigende Energiepreise und unterbrochene Lieferketten könnten sich auf die Preise im Supermarkt auswirken.

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Analyse-Ergebnis
- Geopolitische Krisen beeinflussen globale Lieferketten und Energiepreise.
- Die Ernährungsindustrie ist stark von Energie und Logistik abhängig.
- Steigende Produktionskosten können zu höheren Lebensmittelpreisen führen.
- Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Branche zu entlasten.
Wie der Iran-Krieg die Lebensmittelpreise steigen lassen könnte
Die Auswirkungen eines möglichen Krieges im Iran könnten sich für deutsche Verbraucher nicht nur an der Tankstelle bemerkbar machen. Boris Hedde, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts IFH Köln, warnt: „Natürlich könnte der Krieg Kosteneffekte bei Lebensmitteln nach sich ziehen. Die Beschaffungswege sind kosten- und energieintensiv.“ Bereits der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, wie gestiegene Kosten für Lieferung, Logistik und Energie die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben können.
Geopolitische Ereignisse haben oft unmittelbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Besonders betroffen sind energieintensive Branchen wie die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion. (Lesen Sie auch: Inflationsrate Deutschland: Preise steigen – Was Bedeutet…)
Auswirkungen auf Rohstoffpreise und Produktionskosten
Auch Michael Grömling, Forscher am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), sieht potenzielle Auswirkungen: „Die aktuelle Nahostkrise dürfte die gesamte Rohstoffproblematik und damit die inländischen Produktionskosten weiter beeinträchtigen. Wann und wie stark dies auf die Lebensmittelpreise für Endverbraucher durchschlägt, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen.“ Vieles hänge von der Dauer der Krise und den resultierenden Störungen im internationalen Handel ab.
Welche Rolle spielen Gas- und Ölpreise bei der Lebensmittelproduktion?
Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) befürchtet, dass steigende Gas- und Ölpreise die Produktion von Lebensmitteln und Getränken erheblich verteuern werden. Viele Produktionsprozesse, wie Trocknen oder Backen, sind auf Erdgas angewiesen. Steigende Ölpreise verteuern zudem Diesel und Kraftstoffe, was insbesondere die Logistik betrifft. Gesperrte Transportwege, längere Routen und geringere Containerkapazitäten könnten die Fracht- und Logistikkosten weiter erhöhen.
Forderungen an die Politik
BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff fordert die Bundesregierung auf, die Ernährungsbranche zu entlasten. „Wer den drohenden Kosten-Tsunami für die Lebensmittelbranche stoppen will, um den Verbraucher nicht zusätzlich zu belasten, muss jetzt konsequent handeln.“ Die BVE setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die es der Branche ermöglichen, wettbewerbsfähig zu bleiben und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. (Lesen Sie auch: Lebensmittelpreise: Mehr Kakao geerntet: Schokolade wird teilweise…)
Die Ernährungsindustrie ist einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland. Sie beschäftigt rund 600.000 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 180 Milliarden Euro.
Die Rolle der Lieferketten
Unterbrechungen der globalen Lieferketten wirken sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit und die Preise von Lebensmitteln aus. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) untersucht regelmäßig die Auswirkungen von Krisen auf die deutsche Wirtschaft und gibt Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik.
Die Abhängigkeit von internationalen Rohstoffmärkten macht die deutsche Ernährungsindustrie anfällig für externe Schocks. Eine Diversifizierung der Bezugsquellen und der Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten könnten dazu beitragen, die Resilienz der Branche zu erhöhen. (Lesen Sie auch: Rheinmetall übernahme NVL: Konzern steigt Groß Ins…)

Dieser Artikel basiert auf einer Meldung von: Stern
Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Energiekrise auf Verbraucher und Unternehmen abzumildern. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um einen Anstieg der Lebensmittelpreise zu verhindern, bleibt abzuwarten.

















