Lufthansa Pilot Jürgen Raps ist am 6. Dezember 2025 im Alter von 74 Jahren verstorben. Der langjährige Chefpilot und A380-Legende prägte die deutsche Luftfahrt über vier Jahrzehnte. Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty bestätigte den Tod über das Netzwerk LinkedIn. Mit Raps verliert Deutschland einen seiner bekanntesten und prägendsten Piloten.
Lufthansa Pilot Jürgen Raps: Ein Leben für die Luftfahrt
Jürgen Raps war weit mehr als nur ein Pilot. Er war das Gesicht der deutschen Verkehrsluftfahrt und Botschafter für das Fliegen. Seine Karriere bei der Lufthansa erstreckte sich über 41 Jahre – vom Flugschüler bis zum Bereichsvorstand Operations. Am Nikolaustag 2025 ist er nun verstorben.
| Information | Details |
|---|---|
| Name | Jürgen Raps |
| Geboren | 11. August 1951 in Bayreuth |
| Verstorben | 6. Dezember 2025 (74 Jahre) |
| Position | Chefpilot und Flugbetriebsleiter Lufthansa |
| Karrieredauer | 41 Jahre (1970–2011) |
| Bekannt für | A380-Einführung bei Lufthansa |
| Letzter Flug | 1. September 2011 (LH455 San Francisco–Frankfurt) |
Der Traum vom Fliegen: Von Bayreuth in die Welt
Die Leidenschaft für die Luftfahrt begann für Jürgen Raps bereits im Kindesalter. Mit nur fünf Jahren nahm er an einem Flugtag am Bindlacher Berg teil – einem bekannten Segelfluggelände nahe Bayreuth. Gemeinsam mit seinem Vater absolvierte er einen Rundflug in einer einmotorigen Dornier Do 27.
Dieses Erlebnis prägte sein Leben nachhaltig. Raps wusste von diesem Moment an, dass er Pilot werden wollte. Mit 13 Jahren trat er der Luftsportgemeinschaft Bayreuth bei und erlernte das Segelfliegen. Bereits ein halbes Jahr vor seinem Abitur schickte er seine Bewerbungsunterlagen an die Lufthansa Verkehrsfliegerschule in Bremen.
Im Herbst 1970 begann seine zweijährige Ausbildung zum Verkehrspiloten. Anschließend flog er als Kopilot auf Boeing 737 und McDonnell Douglas DC-10. 1984 folgte die Ernennung zum Flugkapitän auf der Boeing 737.
Karriere bei Lufthansa: Vom Flugschüler zum Chefpiloten
Die Karriere von Jürgen Raps bei der Lufthansa war von kontinuierlichem Aufstieg geprägt. Im Dezember 1990 übernahm er die Leitung der Verkehrsfliegerschule in Bremen – dem Ort, an dem seine Laufbahn begonnen hatte. Dort bildete er jahrelang Nachwuchspiloten aus.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 1970 | Ausbildungsbeginn in Bremen |
| 1984 | Ernennung zum Flugkapitän (Boeing 737) |
| 1989 | Erster westdeutscher Linienflug nach Leipzig |
| 1990 | Leitung der Verkehrsfliegerschule Bremen |
| 1994 | Flottenchef Boeing 737 |
| 1996 | Chefpilot und Flugbetriebsleiter Lufthansa |
| 2007 | A380-Lizenz und Bereichsvorstand Operations |
| 2010 | DFB-Team zur WM nach Südafrika geflogen |
| 2011 | Pensionierung nach 41 Dienstjahren |
Im März 1994 wurde Raps Flottenchef der Boeing-737-Flotte. Nach einer Umschulung auf den Airbus A340 erhielt er 1996 die Lizenz als Ausbildungs- und Checkkapitän. Am 1. April 1996 berief der Lufthansa-Vorstand Jürgen Raps zum Chefpiloten und Flugbetriebsleiter der Deutschen Lufthansa AG.
Der A380: Das beste Flugzeug seines Lebens
Im März 2007 erhielt Jürgen Raps als einer der vier ersten Linienpiloten weltweit die Lizenz für den Airbus A380. Er war federführend an der Einführung des Superjumbos bei der Lufthansa beteiligt. Am 19. März 2007 flog er das künftige Lufthansa-Flaggschiff auf seinem Erstflug in die Vereinigten Staaten.
Im Gespräch mit dem Podcast „Luftraum“ bezeichnete Raps den A380 als „das beste Flugzeug, was ich je geflogen habe“. Obwohl der Superjumbo so groß und schwer sei, reagiere er keineswegs träge. Stattdessen lasse er sich „sehr feinfühlig, sehr genau und sehr präzise fliegen“.
Als Airbus die Produktion des A380 im Jahr 2021 einstellte, bedauerte Raps das Ende einer Ära. Der Superjumbo war sein Herzensflugzeug geworden.
Historische Flüge: Von Leipzig bis Johannesburg
Lufthansa Pilot Jürgen Raps schrieb mehrfach deutsche Luftfahrtgeschichte. Am 10. August 1989 kommandierte er den ersten Lufthansa-Linienflug LH 6010 zwischen der Bundesrepublik und der damals noch existierenden DDR. Die Route führte über die Tschechoslowakei nach Leipzig.
Am 6. Juni 2010 flog er die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit einer A380 zur Weltmeisterschaft nach Johannesburg in Südafrika. Ein unvergessliches Erlebnis für Raps und die Spieler gleichermaßen.
Bekannt aus dem Fernsehen
Lufthansa Pilot Jürgen Raps war nicht nur in Cockpits zu Hause. Er saß auch auf den Sofas der bekanntesten deutschen Talkshows. Auftritte bei Günther Jauch, Johannes B. Kerner und Frank Elstner machten ihn zu einem bekannten Gesicht der deutschen Luftfahrt.
Seine sonore, fränkisch gefärbte Stimme war sein Markenzeichen. Er verstand es, komplexe Luftfahrtthemen verständlich zu erklären und begeisterte damit ein Millionenpublikum.
PilotsEYE.tv: Der letzte Flug als Denkmal
Seinen letzten Umlauf vor der Pensionierung dokumentierte das Produktionsteam von PilotsEYE.tv. Die Episode zeigt Jürgen Raps auf seinem Abschiedsflug von Frankfurt nach San Francisco und zurück an Bord einer Lufthansa A380.
Am 1. September 2011 landete er zum letzten Mal als aktiver Pilot in Frankfurt. Zwei Feuerwehrfahrzeuge begrüßten sein Flugzeug mit dem traditionellen Wassersalut – einem etwa 50 Meter hohen Wasserbogen. Im Hintergrund erklang die Ouvertüre zu „Tannhäuser“ von Richard Wagner, seinem Lieblingskomponisten.
„Ich habe keinen einzigen Tag in meinen 41 Berufsjahren je bereut. Jeder Tag und jede Mission war so spannend und interessant, wie ich mir das immer gewünscht habe“, sagte Raps mit einer Träne im Auge nach seinem letzten Flug.
Nach der Pensionierung: Professor und AIREG-Vorstand
Nach dem Ende seiner fliegerischen Karriere blieb Jürgen Raps der Luftfahrt verbunden. Er arbeitete als Luftfahrtexperte und Berater für verschiedene Unternehmen. An der Hochschule Bremen lehrte er als Professor im Bereich Luftfahrt-Management.
Besonders engagierte er sich im Vorstand der AIREG (Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V.). Die Initiative setzt sich für erneuerbare Energien in der Luftfahrt ein – ein Thema, das Raps am Herzen lag.
Auch in Ausschüssen des Airline-Weltverbands IATA und bei der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung war er aktiv. Der Gesprächsfaden zu ihm riss nie ab.
Reaktionen auf den Tod von Jürgen Raps
Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty würdigte Raps in einem emotionalen LinkedIn-Beitrag: „Mit seinem umfassenden Wissen, seiner Erfahrung auf Tausenden Flugstunden und seinem Engagement in Ausbildung und Management prägte Jürgen Raps Lufthansa über Jahrzehnte.“
„Sein Tod hinterlässt eine spürbare und sehr schmerzliche Lücke in der deutschen Luftfahrt“, schrieb Lamberty weiter. Die Anteilnahme aus der Branche ist groß.
Das Vermächtnis eines Piloten
Jürgen Raps lebte nach dem Motto: „Lebe deinen Traum und träume nicht dein Leben.“ Er verwirklichte seinen Kindheitstraum vom Fliegen und inspirierte Generationen von Piloten.
Seine Karriere ist einzigartig: Er war der erste Westdeutsche, der im Osten landen durfte. Er steuerte die ersten Boeing 737 und die erste A380 der Lufthansa. Er bildete unzählige Nachwuchspiloten aus und prägte die operative Sicherheit des größten deutschen Luftverkehrskonzerns.
Mit Lufthansa Pilot Jürgen Raps verliert die deutsche Luftfahrt eine wahre Legende. Sein Vermächtnis lebt in den Piloten weiter, die er ausgebildet hat – und in der Erinnerung aller, die seine Leidenschaft für das Fliegen teilten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann ist Lufthansa Pilot Jürgen Raps verstorben?
Jürgen Raps ist am 6. Dezember 2025 (Nikolaustag) im Alter von 74 Jahren verstorben. Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty bestätigte den Tod am 7. Dezember über das Netzwerk LinkedIn.
Wofür war Jürgen Raps bekannt?
Lufthansa Pilot Jürgen Raps war langjähriger Chefpilot und Flugbetriebsleiter der Deutschen Lufthansa. Er gehörte zu den ersten vier Linienpiloten weltweit mit A380-Lizenz und war federführend an der Einführung des Superjumbos bei Lufthansa beteiligt. Bekannt wurde er auch durch TV-Auftritte bei Günther Jauch, Johannes B. Kerner und Frank Elstner.
Wie lange war Jürgen Raps bei der Lufthansa?
Jürgen Raps war 41 Jahre bei der Deutschen Lufthansa beschäftigt. Seine Karriere begann 1970 mit der Ausbildung an der Verkehrsfliegerschule in Bremen und endete am 1. September 2011 mit seinem letzten Flug von San Francisco nach Frankfurt.
Welches war der letzte Flug von Jürgen Raps?
Sein letzter Flug war am 1. September 2011 mit einer Lufthansa A380 von San Francisco nach Frankfurt (LH455). Der Abschiedsflug wurde von PilotsEYE.tv dokumentiert. Bei der Landung in Frankfurt wurde er mit einem traditionellen Wassersalut verabschiedet.
Welche Flugzeugtypen flog Jürgen Raps?
Im Laufe seiner Karriere flog Jürgen Raps Boeing 737, McDonnell Douglas DC-10, Airbus A330, Airbus A340 und Airbus A380. Der A380 war sein erklärtes Lieblingsflugzeug – er bezeichnete ihn als „das beste Flugzeug, was ich je geflogen habe“.
Was machte Jürgen Raps nach seiner Pensionierung?
Nach seiner Pensionierung 2011 arbeitete Jürgen Raps als Luftfahrtexperte und Berater. Er lehrte als Professor an der Hochschule Bremen im Bereich Luftfahrt-Management und engagierte sich im Vorstand der AIREG (Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany).
Weitere Informationen zur Karriere von Jürgen Raps finden Sie beim aeroTELEGRAPH sowie bei PilotsEYE.tv.













