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Home Klatsch

Marilyn Monroe wäre 100 geworden: Wieso ist sie so faszinierend?

Levent von Levent
1. Juni 2026
in Klatsch
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marilyn monroe

Symbolbild zum Artikel „Marilyn Monroe wäre 100 geworden: Wieso ist" – Thema: Marilyn Monroe

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Am 1. Juni wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden. Was macht ihren Mythos so unsterblich?

Am 1. Juni 1926 kam in einem Krankenhaus in Los Angeles Norma Jeane Mortenson zur Welt. Wer sie mal werden würde, hat die Welt bis heute nicht losgelassen: Marilyn Monroe. Jeder kennt die Szene im weißen Kleid über dem Luftschacht aus „Das verflixte 7. Jahr“ oder ihr gehauchtes „Happy Birthday, Mr. President“ für ihren mutmaßlichen Liebhaber John F. Kennedy, das eine ganze Nation hypnotisierte. Auch an ihrem hundertsten Geburtstag ist die Faszination, die von ihr ausgeht, noch immer ungebrochen. Die Frage ist: Warum eigentlich? Marilyn Monroe war und ist ein Widerspruch. Und genau das macht sie unsterblich.

Lesbar und rätselhaft zugleich

Platinblondes Haar, roter Lippenstift, weiches Lächeln, halboffener Mund. Kaum jemand in der Geschichte der Popkultur ließ sich schneller „lesen“ als Marilyn Monroe. Sie war das Paradebeispiel eines Sexsymbols – und Männer glaubten, sie auf den ersten Blick zu verstehen. Immerhin erschien sie so auch 1953 auf dem allerersten „Playboy“-Cover überhaupt. Die Nacktfotos hatte Monroe, die durch Aufnahmen eines Armeefotografen bei der Arbeit in einer Rüstungsfabrik als Model entdeckt wurde, aus Geldnot einige Jahre vorher anfertigen lassen. Hugh Hefner war nur über Umwege daran gelangt, Monroe wusste von der Veröffentlichung nichts. Das Heft war sofort ausverkauft.

Monroes Bild war also geschaffen, bevor sie es überhaupt selbst steuern konnte. Unzählige Männer verzehrten sich nach ihr – und bekamen doch nur einen spärlichen Eindruck von der echten Marilyn. Monroe selbst hatte den inneren Riss zwischen ihrer öffentlichen und ihrer privaten Person immer gespürt. „Ich habe insgeheim das Gefühl gehabt, nicht vollkommen ‚echt‘ zu sein, so etwas wie eine gut gemachte Fälschung“, sagte sie in einem Interview 1960. Sie denke manchmal, sie sei im Grunde nur „ein Kunstprojekt“.

Sie spielte bewusst mit ihrem Image

Kritiker hielten Monroe hingegen für ein „süßes Dummchen“. Es war eine der folgenreichsten Fehleinschätzungen der Filmgeschichte. Zuträglich war vermutlich ihre Paraderolle in „Manche mögen’s heiß“, für die sie 1960 den Golden Globe als „Beste Hauptdarstellerin“ erhielt: Darin spielt sie ihre Figur begriffsstutzig und verführerisch zugleich. Doch Marilyn Monroe war klug, schlagfertig und politisch. Sie interessierte sich für Literatur und Philosophie, wollte sich nicht mit flachen Komödien begnügen. Ihr ganzes Leben kämpfte sie darum, nach ihrem Durchbruch mit dem Thriller „Niagara“ 1953 als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen zu werden.

Doch das Image blieb, und Monroe blieb nichts anderes übrig, als es für sich selbst zu verwenden: Sie spielte ihre naive Rolle dann eben in Timing, Körpersprache und Selbstironie absolut handwerklich präzise. „Ich stelle fest, dass Aufrichtigkeit und das Bemühen, möglichst einfach und direkt zu sein, oft nur für Dummheit gehalten wird. Aber da die Welt unaufrichtig ist, ist wahrscheinlich Aufrichtigkeit dumm“, schrieb sie einst. Auch ihre dritte Ehe mit dem Pulitzer-Preisträger Arthur Miller (1915-2005) konnte die Presse nicht von ihrer Intelligenz überzeugen. „Es ist besser, absolut lächerlich als absolut langweilig zu sein“, resignierte Monroe.

Dunkle Geschichte hinter glänzendem Bild

Dass ihr Glänzen nie weit von Dunkelheit entfernt lag, ist heute hinlänglich bekannt. Norma Jeane Mortenson wuchs zum Großteil in Heimen und wechselnden Pflegefamilien auf, weil ihre Mutter sie wegen psychischer Probleme nicht versorgen konnte. Ihren Vater lernte sie nie kennen. Früh soll sie zudem sexuell missbraucht worden sein. Mit 16 Jahren heiratete sie ihren 21-jährigen Nachbarn Jimmy Dougherty, um ihrem alten Leben zu entkommen. Ihr zweiter Mann, Baseball-Legende Joe DiMaggio (1914-1999), soll sie während der neunmonatigen Ehe angeblich misshandelt haben.

Um in Hollywood weiterzukommen, sah Monroe Gerüchten zufolge ihre einzige Chance in der für die Traumfabrik typischen „Party-Prostitution“: Sie trieb sich auf jenen Cocktailempfängen in Los Angeles herum, um Produzenten und Studiobossen näherzukommen. Im Lauf ihres Lebens soll sie mehrere Abtreibungen vorgenommen haben. Spätestens ab Mitte der 1950er Jahre kämpfte Monroe dann mit einer Abhängigkeit von Schlaf- und Aufputschmitteln sowie mit Angstzuständen. Wegen zu vieler Fehlzeiten am Set entließ Fox sie 1962 während der Dreharbeiten zu „Something’s Got to Give“.

Sie blieb unvollendet und wurde unsterblich

Am 5. August 1962 wurde Marilyn Monroe schließlich in ihrem Haus in Brentwood, Kalifornien, mit nur 36 Jahren tot aufgefunden. „Selbst als du gestorben bist, hat dich die Presse immer noch verfolgt. Alles, was die Zeitungen zu berichten hatten, war, dass Marilyn nackt aufgefunden wurde“, bringt es Elton John in dem Monroe gewidmeten Hit „Candle in the Wind“ (1973) auf den Punkt. Die offizielle Todesursache lautet Suizid durch eine Überdosis Schlaftabletten, erneute Ermittlungen 1982 bestätigten diesen Befund. Die Gerüchte um einen möglichen Mord wegen der angeblichen Affären mit US-Präsident John F. Kennedy und dessen Bruder Robert F. Kennedy konnte das aber nicht zum Schweigen bringen.

Marilyn Monroe hatte keine späte Phase, keinen Imagewechsel. Sie bleibt für immer jung, und genau das konservierte den Mythos um ihre Person, macht sie zur dauernden Gegenwart. Irgendwo wird sie in Ausstellungen, Büchern oder Dokus gerade immer neu präsentiert. Sie wurde Projektionsfläche für fast alles: In die Aura um ihre Person konnte und kann jeder seine eigene Geschichte schreiben. Männer sahen in ihr Erotik und Verfügbarkeit, Frauen wiederum Verletzlichkeit, Widerspruch, Selbstinszenierung und Überlebenswillen. Fotografen sahen das perfekte Modell. Für Ikonen wie Brigitte Bardot oder Madonna wurde sie zum Vorbild. Andy Warhol machte sie mit seinen Farbsiebdrucken zum Markenprodukt. Jedes Jahrzehnt fügte eine neue Marilyn-Lesart hinzu.

„Ich schleppe Marilyn Monroe mit mir herum wie einen Albatros“, klagte sie einmal – und hat den lästigen Vogel bis heute nicht abgestreift. MM bleibt immer in Mode. Ob man sie nun als begabte Schauspielerin, selbstermächtigte Vorreiterin der Frauenbewegung oder doch Archetyp aller Weiblichkeit feiert, als überbewertet abstempelt oder als Opfer der Hollywoodscheinwelt betrachtet.

Tags: faszinierend?gewordenMarilynMarilyn MonroeMonroewärewieso
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Maik Möhring
Geschrieben von Maik Möhring

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