Lesezeit: 5 Minuten | Letzte Aktualisierung: 22.01.2026
Was sagt das RKI zur RSV Welle?
Die RSV Welle rollt an: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts zeigen die Daten aus der dritten Kalenderwoche 2026, dass das Respiratorische Synzytial-Virus wieder häufiger nachgewiesen wird. Das RKI warnt vor Gefahren für Säuglinge und Senioren. Während die Grippe noch dominiert, kündigt sich mit der Infektionswelle die nächste Infektionswelle bereits an.
Das Wichtigste in Kürze
- RSV Welle: Beginnt laut RKI in KW 3/2026
- Risikogruppen: Säuglinge, Kleinkinder, Senioren ab 60
- Grippe: Dominiert aktuell mit 60% der Nachweise
- Corona: Nur noch niedrig einstelliger Prozentbereich
- RSV-Saison: Typischerweise Oktober bis März
- Prophylaxe: Für Säuglinge und Senioren verfügbar
Der RSV Virus 2026 kündigt sich an: Das Robert Koch-Institut meldet steigende Nachweise des Respiratorischen Synzytial-Virus in der dritten Kalenderwoche. Typischerweise folgt die RSV Welle der Grippewelle – und genau dieses Muster zeigt sich nun erneut. Für Eltern kleiner Kinder und Pflegeeinrichtungen heißt es jetzt, wachsam zu bleiben.
RSV Welle aktuell: Das sagt das RKI
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts prägen derzeit vor allem Grippeviren das Infektionsgeschehen in Deutschland. Rund 60 Prozent der nachgewiesenen Atemwegsviren entfallen auf Influenza, überwiegend auf Influenza A. Das Coronavirus SARS-CoV-2 spielt nur noch eine Nebenrolle mit einem Anteil im niedrig einstelligen Prozentbereich. Doch die Infektionswelle nimmt Fahrt auf.

| Erreger | Anteil aktuell | Tendenz |
|---|---|---|
| Influenza (Grippe) | ca. 60% | Dominierend |
| RSV | Steigend | ↑ RSV Welle beginnt |
| Corona (SARS-CoV-2) | Niedrig einstellig | Nebenrolle |
Was ist RSV?
Das Respiratorische Synzytial-Virus ist ein weltweit verbreiteter Erreger, der akute Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege verursacht. Das Virus befällt Menschen jeden Alters – bis zum Alter von zwei Jahren haben die meisten Kinder bereits eine Infektion durchgemacht. Allerdings besteht nach einer Infektion keine langfristige Immunität, weshalb man sich mehrmals im Leben infizieren kann. Die jährliche RSV Welle trifft daher immer wieder dieselben Risikogruppen.
– Robert Koch-Institut
Symptome einer RSV-Infektion
Das Virus verursacht zunächst erkältungsähnliche Symptome. Bei kleinen Kindern greift der Erreger jedoch häufig die unteren Atemwege an. Es kann zu einer Bronchiolitis kommen – einer Entzündung der feinsten Atemwegsverzweigungen in der Lunge – oder zu einer Lungenentzündung. Während der RSV Virus steigen die Krankenhauseinweisungen bei Säuglingen deutlich an.
Typische RSV-Symptome
- Leichte Symptome: Schnupfen, Husten, leichtes Fieber
- Schwere Symptome bei Kindern: Atemnot, schnelle Atmung, Einziehungen am Brustkorb
- Bronchiolitis: Entzündung der kleinen Atemwege
- Lungenentzündung: In schweren Fällen möglich
- Dauer: Akute Phase 3-8 Tage, Husten kann wochenlang anhalten
Wen trifft die RSV Welle besonders?
Zu den Risikogruppen für schwere Verläufe gehören neben Säuglingen vor allem Seniorinnen und Senioren. Besonders gefährdet sind Säuglinge mit angeborenen Grunderkrankungen und Menschen in höherem Alter, die zusätzlich an einer schweren chronischen Grunderkrankung oder einer Immunschwäche leiden. Der RSV Virus belastet jedes Jahr Kinderkliniken und Pflegeeinrichtungen.
| Risikogruppe | Besondere Risikofaktoren |
|---|---|
| Säuglinge | Frühgeburt, Herzfehler, Lungenerkrankungen |
| Kleinkinder | Immunschwäche, Chromosomenaberrationen |
| Senioren ab 60 | Chronische Lungen-, Herz-, Nierenerkrankungen |
| Pflegeheimbewohner | Erhöhtes Ausbruchsrisiko in Einrichtungen |
Schutz vor der RSV Welle: Prophylaxe für Säuglinge
Für besonders gefährdete Säuglinge steht eine Antikörper-Prophylaxe zur Verfügung, die schwere Verläufe verhindern kann. Die STIKO empfiehlt die passive Immunisierung mit Nirsevimab (Handelsname Beyfortus) als Einmalgabe für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten Saison. So können Eltern ihre Kinder vor der RSV Welle schützen.
RSV-Prophylaxe für Säuglinge
- Wirkstoff: Nirsevimab (Beyfortus)
- Art: Passive Immunisierung mit Antikörpern
- Wirkung: Schutz tritt sofort ein
- Zeitpunkt: Vor oder während der ersten RSV-Saison
- Kosten: Kassenleistung für alle Säuglinge
RSV-Impfung für Senioren
Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 75 Jahren eine einmalige Impfung als Standardimpfung. Für Personen zwischen 60 und 74 Jahren mit schweren Grunderkrankungen oder Bewohner von Pflegeeinrichtungen wird die Impfung als Indikationsimpfung empfohlen. Vor der RSV Welle sollte die Impfung idealerweise im September oder Oktober erfolgen.
STIKO-Empfehlung RSV-Impfung
- Ab 75 Jahren: Standardimpfung für alle
- 60-74 Jahre: Bei schweren Grunderkrankungen
- Pflegeheimbewohner: Ab 60 Jahren empfohlen
- Zeitpunkt: Idealerweise September/Oktober
- Impfstoffe: Arexvy, Abrysvo, mResvia
- Kosten: Kassenleistung
Hygienemaßnahmen während der RSV Welle
Das RKI empfiehlt konsequente Hygienemaßnahmen, um das Ansteckungsrisiko während der RSV Welle zu verringern. Diese gelten besonders für Haushalte mit Säuglingen und im Kontakt mit älteren Menschen.
Schutzmaßnahmen gegen RSV
- Händewaschen: Regelmäßig und gründlich mit Seife
- Lüften: Regelmäßig Räume lüften
- Kontakte meiden: Bei Erkältungssymptomen Abstand halten
- Zu Hause bleiben: 3-5 Tage bei Atemwegsinfekten
- Prophylaxe: Säuglinge und Senioren schützen lassen
Häufig gestellte Fragen zur RSV Welle
Fazit zur RSV Welle 2026
Die RSV Welle rollt an: Das Robert Koch-Institut meldet steigende Nachweise des Respiratorischen Synzytial-Virus in der dritten Kalenderwoche 2026. Während die Grippe noch dominiert, sollten sich Eltern von Säuglingen und ältere Menschen auf die kommende Infektionswelle vorbereiten. Mit der RSV-Prophylaxe für Säuglinge und der RSV-Impfung für Senioren stehen wirksame Schutzmaßnahmen zur Verfügung. Das RKI empfiehlt zudem konsequente Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und regelmäßiges Lüften.
- Robert Koch-Institut (RKI) – ARE-Surveillance KW 3/2026
- RKI – Schutzimpfung gegen RSV
- STIKO – Impfempfehlungen RSV
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung













