Angesichts steigender Spritpreise entbrennt ein Koalitionsstreit über mögliche Entlastungen für Verbraucher. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) dringt auf Maßnahmen, während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) seine Vorschläge scharf kritisiert. Am Wochenende soll ein Koalitionsausschuss über das Thema beraten.

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Die wichtigsten Fakten
- Koalitionsstreit über Entlastungen bei hohen Spritpreisen.
- SPD-Chef Klingbeil will Übergewinnsteuer und Preisdeckel.
- CDU-Wirtschaftsministerin Reiche kritisiert die SPD-Vorschläge als teuer und wirkungslos.
- Koalitionsausschuss soll am Wochenende beraten.
Streit um spritpreise entlastung in der Koalition eskaliert
Innerhalb der Regierungskoalition spitzt sich der Konflikt um mögliche Entlastungen für Bürger angesichts der hohen Spritpreise zu. Während SPD-Chef Lars Klingbeil sich mit Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgebern trifft, greift ihn CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche öffentlich an. Laut Stern bezeichnete Reiche Klingbeils Vorschläge als „teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig“.
Was will die SPD?
Finanzminister Klingbeil hatte die Debatte um Entlastungen maßgeblich angestoßen, um die steigende Inflation zu dämpfen. Er schlägt eine Mobilitätsprämie oder eine zeitlich begrenzte Senkung der Energiesteuer vor. Zur Finanzierung soll eine Übergewinnsteuer dienen, die außergewöhnlich hohe Krisenprofite der Energiekonzerne abschöpfen soll. Eine solche Steuer müsste auf europäischer Ebene eingeführt werden. Zudem plädiert Klingbeil für einen flexiblen Preisdeckel für Benzin, Diesel und Öl. (Lesen Sie auch: Teures Tanken: Koalitionsstreit um Entlastungen: Reiche attackiert…)
Im Finanzministerium fand ein Treffen mit Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und der Wirtschaftsweise Monika Schnitzer statt. Ein Sprecher des Ministeriums betonte, es habe einen „konzentrierten, konstruktiven und ergebnisorientierten Austausch über Maßnahmen in der aktuellen Krise und zur generellen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland“ gegeben. Über die Inhalte des Gesprächs wurde Vertraulichkeit vereinbart.
Was kritisiert die CDU?
Katherina Reiche kritisierte Klingbeils Vorschläge scharf. Sie bemängelte, dass diese zu Verwirrung führten und den Verbrauchern nicht helfen würden. Reiche setzt offenbar auf andere Maßnahmen zur Dämpfung der Energiepreise. Details nannte sie jedoch nicht.
Die Energiesteuer auf Kraftstoffe beträgt in der Schweiz aktuell 346 Rappen pro Liter Benzin und 112 Rappen pro Liter Diesel. Eine Senkung dieser Steuer würde die Spritpreise direkt reduzieren, hätte aber auch Auswirkungen auf die Staatseinnahmen. (Lesen Sie auch: Teures Tanken: Kanzler dämpft Hoffnungen auf schnelle…)
Wie geht es weiter?
Die Spitzen von CDU und SPD beraten am Wochenende in einem Koalitionsausschuss über mögliche Maßnahmen zur spritpreise entlastung. Bisher hatte es lediglich geheißen, die Regierung stehe in ständigem Austausch. Der Sonntagstermin wurde zunächst nicht offiziell bestätigt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Koalition auf gemeinsame Schritte einigen kann. Der Bundesrat hatte sich bereits zuvor mit der Thematik auseinandergesetzt.
Welche kurzfristigen Massnahmen sind realistisch?
Kurzfristig denkbar wären eine temporäre Senkung der Energiesteuer oder die Einführung einer Mobilitätsprämie. Allerdings sind beide Maßnahmen mit hohen Kosten verbunden und umstritten. Eine Übergewinnsteuer, wie von der SPD gefordert, wäre erst nach europäischer Abstimmung umsetzbar und würde daher länger dauern.
Was bedeutet das für Bürger?
Sollte sich die Koalition auf Entlastungen einigen, könnten Autofahrer kurzfristig von niedrigeren Spritpreisen profitieren. Eine Senkung der Energiesteuer oder eine Mobilitätsprämie würden die direkten Kosten an der Zapfsäule reduzieren. Ob und in welcher Höhe es tatsächlich zu Entlastungen kommt, ist jedoch noch unklar. (Lesen Sie auch: Spritpreise Entlastung: ÖPNV am Limit – Was…)

Der Koalitionsstreit zeigt, wie schwierig es ist, in Zeiten hoher Inflation und steigender Energiepreise tragfähige Lösungen zu finden. Die unterschiedlichen Vorstellungen von CDU und SPD erschweren eine schnelle Einigung. Es bleibt zu hoffen, dass die Koalition am Wochenende einen Weg findet, die Bürgerinnen und Bürger spürbar zu entlasten. Die SRF berichtet laufend über die Teuerung in der Schweiz.




