Im Tarifstreit Nahverkehr Bayern haben sich die kommunalen Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi geeinigt. Der Kompromiss sieht unter anderem eine Entgelterhöhung von insgesamt 7 Prozent vor. Warnstreiks sind bis mindestens Mitte Mai vom Tisch.

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Zusammenfassung
- Einigung im Tarifstreit Nahverkehr Bayern erzielt.
- Entgelterhöhung von 7 Prozent in mehreren Schritten.
- Arbeitszeitverkürzung auf 37,5 Stunden ab 2029.
- Keine Warnstreiks bis mindestens 15. Mai.
Einigung im Tarifkonflikt erzielt
Nachdem es zuvor zahlreiche Verhandlungs- und Streikrunden gab, haben sich die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband KAV im Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr in Bayern geeinigt. Wie Stern berichtet, bestätigten beide Seiten die Einigung.
Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katharina Wagner sprach von einer Einigung „mit Licht und Schatten“, bei der aber wichtige Knackpunkte beseitigt werden konnten. Der KAV bezeichnete das Ergebnis als „für alle Seiten ausgewogenes Tarifergebnis“. Die Einigung muss noch von den Verdi-Mitgliedern bestätigt werden. (Lesen Sie auch: Nahverkehr Bayern Einigung: Was Bedeutet das für…)
Was bedeutet das für Bürger?
Fahrgäste im bayerischen Nahverkehr können vorerst aufatmen. Bis zum 15. Mai, während der Erklärungsfrist, wird es keine Warnstreiks geben, wie der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter Sinan Öztürk mitteilte.
Welche konkreten Verbesserungen sind für die Beschäftigten geplant?
Der Kompromiss sieht eine Reduzierung der Arbeitszeit von 38,5 auf 37,5 Stunden ab 2029 vor. Zudem werden Mindestruhezeiten von 10,5 Stunden festgelegt, der Sonntagszuschlag erhöht und die Zeit, in der ein Nachzuschlag gezahlt wird, ausgeweitet. Die Gewerkschaft Verdi erhofft sich dadurch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Der Tarifkonflikt betrifft laut Verdi rund 9.000, laut KAV rund 10.000 Beschäftigte bei mehr als 20 Betrieben im bayerischen Nahverkehr. (Lesen Sie auch: Verdi Warnstreik Postbank: Droht Eskalation im Tarifstreit?)
Geplante Entgelterhöhungen im Detail
Laut KAV sieht der Kompromiss eine Entgelterhöhung von insgesamt 7 Prozent vor. Zum Jahresbeginn steigen die Einkommen demnach um 4,1 Prozent, mindestens aber um 120 Euro. Zum 1. September folgt eine Erhöhung um 1 Prozent und zum 1. Januar 2027 um 1,9 Prozent. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von vier Jahren haben, wobei zum 31. Dezember 2027 ein Sonderkündigungsrecht für die Entgelttabelle besteht. Dies könnte 2028 zu neuen Verhandlungen führen.
Auswirkungen der vorherigen Warnstreiks
Der Tarifkonflikt wurde mit hoher Intensität geführt. Die meisten großen bayerischen Städte waren mehrfach von ganztägigen oder mehrtägigen Warnstreiks betroffen, die den öffentlichen Nahverkehr teils stark beeinträchtigten. Pendler und Reisende mussten sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Wie geht es weiter?
Die Verdi-Mitglieder müssen dem Tarifergebnis noch zustimmen. Bis zum 15. Mai haben beide Seiten Zeit, sich zu erklären. Sollte die Einigung von den Mitgliedern angenommen werden, sind die Weichen für einen stabilen Nahverkehr in Bayern in den kommenden Jahren gestellt. Andernfalls drohen neue Verhandlungen und möglicherweise weitere Streiks. Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern setzt auf eine positive Entscheidung der Verdi-Mitglieder. (Lesen Sie auch: „Das gehört sich nicht“: Arbeitgeberchef: 1.000-Euro-Prämie belastet…)






