Die Trump Gold Card ist offiziell gestartet: Seit dem 10. Dezember 2025 können wohlhabende Ausländer für eine Million US-Dollar ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in den USA kaufen. Unternehmen zahlen zwei Millionen Dollar pro Mitarbeiter. Das Programm ersetzt faktisch das bisherige EB-5-Investorenvisum und verspricht einen beschleunigten Weg zur US-Staatsbürgerschaft.
US-Präsident Donald Trump stellte das Programm bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus vor. Die offizielle Website trumpcard.gov ging zeitgleich online und nimmt bereits Bewerbungen entgegen. Auf der goldenen Karte prangt das Konterfei des Präsidenten neben der Freiheitsstatue.
Trump Gold Card: Kosten und Voraussetzungen
Das Bewerbungsverfahren gliedert sich in mehrere Schritte. Zunächst müssen Antragsteller eine nicht erstattungsfähige Bearbeitungsgebühr von 15.000 Dollar an das Department of Homeland Security zahlen. Nach erfolgreicher Sicherheitsüberprüfung folgt die eigentliche Zahlung.
| Kartentyp | Kosten | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Trump Gold Card (Einzelperson) | 1 Million USD (~855.000 €) | Dauerhaftes Aufenthaltsrecht, Weg zur Staatsbürgerschaft |
| Trump Corporate Gold Card | 2 Millionen USD (~1,7 Mio. €) | Übertragbar auf andere Mitarbeiter, 1% jährliche Gebühr |
| Trump Platinum Card (geplant) | 5 Millionen USD (~4,2 Mio. €) | 270 Tage steuerfrei in den USA |
Die Corporate Gold Card bietet Unternehmen einen besonderen Vorteil: Die Karte kann von einem Mitarbeiter auf einen anderen übertragen werden, ohne dass erneut zwei Millionen Dollar gezahlt werden müssen. Es fallen lediglich eine Transfergebühr von 5 Prozent und eine neue Sicherheitsüberprüfung an.
Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren?
Der Prozess läuft in drei Schritten ab. Zunächst reichen Bewerber ihre Unterlagen über die offizielle Website ein und zahlen die Bearbeitungsgebühr. Anschließend führt die US-Einwanderungsbehörde USCIS eine umfassende Hintergrundprüfung durch.
Nach erfolgreicher Prüfung werden Antragsteller aufgefordert, die Hauptsumme als „Geschenk an die Vereinigten Staaten“ zu überweisen. Laut der offiziellen Website erfolgt die Bearbeitung dann in „Rekordzeit“ – innerhalb weniger Wochen soll die Karte ausgestellt werden.
Erfolgreiche Bewerber erhalten den Status eines dauerhaften Aufenthaltsberechtigten als EB-1- oder EB-2-Visuminhaber. Diese Kategorien waren bisher Personen mit „außergewöhnlichen Fähigkeiten“ vorbehalten. Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren können in den Antrag einbezogen werden.
Gold Card vs. Green Card: Die wichtigsten Unterschiede
Trump bezeichnete die Gold Card als „Green Card, aber viel besser“ mit einem „stärkeren Weg zur Staatsbürgerschaft“. Im Vergleich zum bisherigen EB-5-Investorenvisum fallen wesentliche Anforderungen weg.
| Kriterium | EB-5-Visum (bisher) | Trump Gold Card |
|---|---|---|
| Investitionssumme | 800.000 – 1,05 Mio. USD | 1 Mio. USD (Geschenk) |
| Arbeitsplatzschaffung | Mind. 10 Vollzeitstellen erforderlich | Keine Anforderung |
| Rückzahlung möglich | Ja, nach Genehmigung | Nein, unwiderrufliches Geschenk |
| Bearbeitungszeit | Monate bis Jahre | Wenige Wochen |
| Obergrenze | Ca. 10.000 pro Jahr | Keine Begrenzung |
Ein wesentlicher Unterschied: Beim EB-5-Visum fließt das Geld in konkrete Investitionsprojekte und kann nach erfolgreicher Genehmigung zurückgezahlt werden. Bei der Gold Card handelt es sich um ein unwiderrufliches Geschenk an das US-Finanzministerium.
Trump Platinum Card: Steuervorteile für Superreiche
Noch nicht gestartet, aber bereits angekündigt ist die Trump Platinum Card. Für fünf Millionen Dollar sollen Karteninhaber bis zu 270 Tage pro Jahr in den USA verbringen können, ohne auf ihr außerhalb der Vereinigten Staaten erzieltes Einkommen Steuern zu zahlen.
Auf der offiziellen Website können sich Interessenten bereits für eine Warteliste registrieren. Wann die Platinum Card verfügbar sein wird, ist noch unklar. Handelsminister Howard Lutnick deutete an, dass für diese Variante die Zustimmung des Kongresses erforderlich sein könnte.
Kritik am Programm: Russische Oligarchen willkommen?
Das Programm sorgt für erhebliche Kontroversen. Auf die Frage, ob auch russische Oligarchen für die Gold Card in Frage kämen, antwortete Trump: „Wahrscheinlich. Ich kenne einige russische Oligarchen, die sehr nette Leute sind.“
Kritiker werfen der Regierung vor, mit dem Programm eine Zwei-Klassen-Einwanderung zu schaffen. Während die Gold Card wohlhabenden Ausländern den roten Teppich ausrollt, wurden gleichzeitig die Gebühren für das H-1B-Visum – das von Technologieunternehmen zur Anwerbung von Fachkräften genutzt wird – auf 100.000 Dollar erhöht. Zuvor kostete dieses Visum nur wenige Tausend Dollar.
Juristen bezweifeln zudem, ob das Programm ohne Zustimmung des Kongresses rechtlich Bestand haben wird. Das EB-5-Programm ist gesetzlich verankert und kann nicht einfach per Dekret ersetzt werden. Rechtliche Anfechtungen gelten als wahrscheinlich.
Einnahmeprognosen: Eine Billion Dollar für die Staatskasse?
Trump und Handelsminister Lutnick stellen gewaltige Einnahmen in Aussicht. Das Gold-Card-Programm soll mehr als 100 Milliarden Dollar einbringen, das geplante Platinum-Programm sogar rund eine Billion Dollar.
Die Rechnung des Präsidenten: „Wenn wir eine Million dieser Karten verkaufen, sind das fünf Billionen Dollar. Und wenn wir zehn Millionen verkaufen, sind das 50 Billionen Dollar. Wir haben 35 Billionen Dollar Schulden – das wäre schön.“
Zunächst sollen 80.000 Gold Cards zur Verfügung stehen. Lutnick erklärte, Trump wolle das Programm eine Zeit lang beobachten und dann prüfen, ob Preise und Modell angemessen sind. Im Juni 2025 hatten sich bereits 70.000 Interessenten auf einer Vorab-Website registriert.
Internationale Einordnung: Golden Visa weltweit
Investorenvisa sind kein amerikanisches Phänomen. Mehr als 100 Länder bieten sogenannte „Golden Visa“ für wohlhabende Ausländer an, darunter Großbritannien, Spanien, Griechenland, Malta, Portugal, Australien und Kanada.
Diese Programme stehen international in der Kritik: Sie begünstigen Reiche, ermöglichen potenziell Geldwäsche und Steuerhinterziehung und treiben Immobilienmärkte in die Höhe. Die EU hat mehrere Mitgliedstaaten wegen ihrer Golden-Visa-Programme gerügt. Portugal hat sein Programm inzwischen stark eingeschränkt.
Anders als bei europäischen Programmen, die oft konkrete Investitionen in Immobilien oder Unternehmen voraussetzen, verlangt die Trump Gold Card lediglich eine Zahlung an die Staatskasse – ohne wirtschaftliche Gegenleistung oder Arbeitsplatzschaffung.
Was bedeutet das für Deutsche?
Für vermögende Deutsche, die in die USA auswandern möchten, bietet die Gold Card eine neue Option. Der Bewerbungsprozess ist deutlich einfacher als beim bisherigen EB-5-Visum, das komplexe Nachweise über Investitionen und Arbeitsplatzschaffung erforderte.
Allerdings sollten Interessenten die steuerlichen Konsequenzen bedenken. Als dauerhaft Aufenthaltsberechtigte in den USA unterliegen Gold-Card-Inhaber der amerikanischen Einkommensteuer – auch auf ihr weltweites Einkommen. Wer bereits in Deutschland gut verdient, etwa durch die neuen Minijob-Regelungen 2026, sollte die steuerlichen Auswirkungen genau prüfen.
Die Gold Card konkurriert mit anderen Auswanderungsoptionen. Wer nicht über eine Million Dollar verfügt, kann weiterhin an der jährlichen Green Card Lotterie teilnehmen, bei der 55.000 Einwanderungsvisa verlost werden.
Häufige Fragen zur Trump Gold Card
Wie viel kostet die Trump Gold Card?
Die Trump Gold Card kostet für Einzelpersonen eine Million US-Dollar (etwa 855.000 Euro) plus eine Bearbeitungsgebühr von 15.000 Dollar. Unternehmen zahlen zwei Millionen Dollar pro Mitarbeiter. Die geplante Platinum Card soll fünf Millionen Dollar kosten.
Welche Rechte haben Gold-Card-Inhaber?
Gold-Card-Inhaber erhalten den Status eines dauerhaften Aufenthaltsberechtigten, vergleichbar mit einer Green Card. Sie dürfen unbegrenzt in den USA leben und arbeiten, frei ein- und ausreisen und nach einer gewissen Zeit die Staatsbürgerschaft beantragen.
Können Familienangehörige mitgenommen werden?
Ja. Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren können in den Antrag einbezogen werden. Sie erhalten dann ebenfalls alle Privilegien des Gold-Card-Programms, einschließlich der beschleunigten Bearbeitung.
Müssen Gold-Card-Inhaber in den USA Steuern zahlen?
Ja. Gold-Card-Inhaber unterliegen wie alle dauerhaft Aufenthaltsberechtigten der US-Einkommensteuer. Eine Ausnahme könnte die geplante Platinum Card bieten: Für fünf Millionen Dollar sollen Inhaber bis zu 270 Tage steuerfrei in den USA verbringen können.
Kann die Gold Card entzogen werden?
Ja. Da es sich um ein Visum handelt, können nationale Sicherheitsbedenken oder schwere Straftaten zum Entzug führen. Die genauen Kriterien hat die Trump-Regierung bisher nicht veröffentlicht.
Wo kann man sich für die Trump Gold Card bewerben?
Bewerbungen werden über die offizielle Website trumpcard.gov entgegengenommen. Dort können Interessenten ihre Unterlagen einreichen und die Bearbeitungsgebühr zahlen.












