📖 Lesezeit: 6 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 08.01.2026, 17:00 Uhr
DWD warnt vor Schneesturm Elli: Gefahr für Leib und Leben
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Teile Norddeutschlands die höchste Warnstufe (Stufe 4 – Rot) ausgerufen. Schneesturm Elli bringt ab der Nacht zum Freitag, 9. Januar 2026, einen Schneesturm historischen Ausmaßes nach Deutschland. Seit 2010 gab es keinen vergleichbaren Wintersturm.
DWD-Meteorologe Adrian Leyser Sturm warnt: „Schneesturm Elli übernimmt die Regie in einem echten Wetterkrimi.“ Die Kombination aus starkem Schneefall, Sturm und gefrierendem Regen macht die Wetterlage besonders gefährlich.
⚠️ UNWETTERWARNUNG – Alarmstufe ROT-Schneesturm Elli
Gültig: Freitag, 09.01.2026, 03:00 Uhr bis 10.01.2026, 11:00 Uhr
Betroffene Gebiete: Schleswig-Holstein, nördliches Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin
Warnung: Starke Schneeverwehungen – Gefahr für Leib und Leben
Diese Regionen sind vom Unwetter besonders betroffen
Sturmtief „Elli“ bringt zwei unterschiedliche Sturmfelder mit sich, die Deutschland regional sehr unterschiedlich treffen:
| Region | Wetterlage | Warnstufe |
|---|---|---|
| Schleswig-Holstein | Schneesturm, Verwehungen, orkanartige Böen | 🔴 Rot (Unwetter) |
| Hamburg | 15 cm Neuschnee, Verwehungen 20-50 cm | 🔴 Rot (Unwetter) |
| Nördliches Niedersachsen | Schneesturm, starke Verwehungen | 🔴 Rot (Unwetter) |
| Berlin/Brandenburg | Schneeverwehungen, 10-15 cm Neuschnee | 🟠 Orange (Markant) |
| Mecklenburg-Vorpommern | Starker Schneefall, Sturm aus Ost | 🟠 Orange (Markant) |
| Südostbayern | Glatteisgefahr, gefrierender Regen | 🟠 Orange (Unwetter) |
| Harz | Bis 38 cm Neuschnee möglich | 🟠 Orange (Markant) |
| Südwesten (NRW, Hessen, BaWü) | Sturmböen, später Regen, Tauwetter | 🟡 Gelb (Warnung) |
Schneemengen: Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee erwartet
Die erwarteten Schneemengen variieren je nach Region erheblich. Besonders kritisch ist der Streifen von Hamburg über Berlin bis Dresden:
| Region | Erwarteter Neuschnee | Zeitraum |
|---|---|---|
| Norddeutschland allgemein | 10-15 cm | Fr 03:00 – Sa 11:00 |
| Harz (Staulagen) | bis 38 cm | Fr 09:00 – Sa 06:00 |
| Hamburg | 10-15 cm | Fr 03:00 – Fr 12:00 |
| Berlin | 10-20 cm | Fr 06:00 – Sa 03:00 |
| Streifen Dresden-Berlin-Hamburg | bis 40 cm möglich | Fr 06:00 – Sa 06:00 |
| Mittelgebirge allgemein | 5-15 cm | Fr 00:00 – Sa 12:00 |
„Wahrscheinlich fällt regional so viel Schnee, dass die Schneepflüge kaum noch hinterherkommen“, warnt Meteorologe Georg Haas.
Wind und Sturm: Orkanböen an den Küsten
Neben dem Schneefall bringt Schneesturm Elli auch gefährliche Windverhältnisse mit sich:
- Nordseeküste: Orkanartige Böen aus Ost bis 110 km/h (Bft 11)
- Ostseeküste: Schwere Sturmböen bis 90 km/h (Bft 10)
- Schwarzwald: Orkanböen bis 120 km/h auf Gipfeln (Bft 12)
- Binnenland Nord: Sturmböen 65-75 km/h (Bft 8-9)
- Südwesten: Stürmische Böen bis 70 km/h aus Südwest
Die Kombination aus Wind und Schnee führt zu starken Schneeverwehungen. Die Sicht kann zeitweise auf wenige Meter sinken.
Glatteisgefahr: Blitzeis in Bayern und Mitteldeutschland
Besonders gefährlich wird die Lage in der Südosthälfte Bayerns und in Mitteldeutschland. Der DWD warnt vor Unwetter durch Glatteis:
- In der Nacht zum Freitag geht der Schnee in Regen über
- Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt droht gefrierender Regen
- Blitzeis-Gefahr auf Straßen und Gehwegen
- Besonders betroffen: Südostbayern, Thüringen, Sachsen

Verkehr: Massive Einschränkungen erwartet
Die Verkehrslage wird am Freitag und Samstag bundesweit angespannt sein. Der DWD warnt: „Wind und Schnee in Kombination können durch Verwehungen zu erheblichen Problemen im Straßenverkehr führen.“
Deutsche Bahn: Zugausfälle und Verspätungen
Die Deutsche Bahn hat bereits Einschränkungen im Fernverkehr angekündigt. Betroffen sind unter anderem:
- Verbindungen nach Norddeich-Mole
- Verbindungen nach Kiel und Westerland/Sylt
- Verbindungen nach Rostock und Binz/Rügen
- Verbindungen nach Kopenhagen
Die Zugbindung ist für Donnerstag, Freitag und Samstag aufgehoben. Reservierte Sitzplätze können kostenfrei storniert werden.
Flughäfen: Verspätungen und Ausfälle
Die Flughäfen BER, Frankfurt und München rechnen mit Beeinträchtigungen:
- Enteisungsteams und Spezialfahrzeuge stehen bereit
- Flughafen Frankfurt bittet um Ankunft 3 Stunden vor Abflug
- Passagiere sollten Flugstatus vor Anreise prüfen
Fährverkehr: Ostfriesische Inseln nicht erreichbar
Der Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln ist weitgehend eingestellt:
- Keine Fähren nach Langeoog, Wangerooge, Spiekeroog, Juist, Norderney
- Nach Baltrum nur einzelne Fahrten
- Verbindungen nach Borkum eingeschränkt
Schulausfälle in ganz Niedersachsen
Wegen des Winterwetters bleiben die Schulen in ganz Niedersachsen am Freitag für den regulären Schulbetrieb geschlossen. In der Region Hannover fällt der Unterricht komplett aus. Auch in Hamburg und vielen weiteren Landkreisen wurde Schulausfall angeordnet.
Volkswagen stoppt Produktion in Emden
Wegen des heranziehenden Sturmtiefs lässt Volkswagen am Freitag die Produktion im Werk Emden ruhen. Beide Schichten fallen aus, die Bänder stehen für einen Tag still. Ein für Ende Januar geplanter Ruhetag wurde vorgezogen.
Wie lange dauert das Unwetter?
| Zeitraum | Wetterlage |
|---|---|
| Donnerstagabend | Schneefälle beginnen im Südwesten |
| Nacht Do/Fr | Schnee breitet sich nordostwärts aus, Glatteis in Bayern |
| Freitag tagsüber | Höhepunkt: Schneesturm im Norden, Sturm im Südwesten |
| Freitagnachmittag | Stärkste Schneefälle und Verwehungen |
| Nacht Fr/Sa | Langsames Abklingen, aber weiter Schneefall im Bergland |
| Samstag | „Elli“ zieht nach Tschechien ab, Kaltluft setzt sich durch |
| Nacht Sa/So | Strenger Frost bis -15°C, lokal bis -20°C |
Verhaltensempfehlungen des DWD
Der Deutsche Wetterdienst und die Behörden geben folgende Empfehlungen:
- Vermeiden Sie unnötige Wege – Hamburgs Bürgermeister Tschentscher appelliert an die Bevölkerung
- Verschieben Sie Reisen wenn möglich auf das Wochenende oder später
- Fahren Sie vorsichtig und passen Sie Geschwindigkeit an
- Betreten Sie keine Eisflächen – Einbruchgefahr
- Meiden Sie Wälder und Parks – Schneebruchgefahr
- Räumen und streuen Sie Gehwege – in Hamburg ist Streusalz bis 21.1. erlaubt
Hilfe für Obdachlose
Die sinkenden Temperaturen sind für wohnungslose Menschen lebensbedrohlich. In Hamburg ist das Winternotprogramm durchgehend geöffnet. In Hannover können Obdachlose in der U-Bahn-Station Kröpcke übernachten. Die Kältebusse von Caritas, Johannitern und Maltesern sind verstärkt im Einsatz.
💡 Wichtige Links:
- DWD Warnkarte aktuell
- Verkehrslage: ADAC Stauinfo
- Bahn-Auskunft: bahn.de
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie stark wird Schneesturm Elli?
Schneesturm Elli bringt regional bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, dazu Orkanböen bis 120 km/h auf Berggipfeln und schwere Sturmböen an den Küsten. Es ist der stärkste Wintersturm seit 2010.
Wann ist das Unwetter vorbei?
Der Höhepunkt des Schneesturm Elli wird für Freitagnachmittag erwartet. Am Samstag zieht „Elli“ nach Tschechien ab und schwächt sich ab. Die Kälte bleibt jedoch mit strengem Frost bis -15°C.
Wo ist es am gefährlichsten?
Besonders kritisch ist der Streifen von Hamburg über Berlin bis Dresden. Dort treffen zwei Luftmassen aufeinander, was zu starkem Schneefall und Verwehungen führt. In Südostbayern droht zudem Blitzeis.
Soll ich am Freitag zur Arbeit fahren?
Experten raten, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben. ZDF-Meteorologe Özden Terli: „Wer am Freitag nicht unbedingt reisen muss, sollte darauf verzichten.“
Wie informiere ich mich über aktuelle Warnungen?
Nutzen Sie die DWD-Warnkarte (dwd.de), die Warn-Apps NINA oder KATWARN, sowie Radio und Fernsehen. Die Warnungen werden laufend aktualisiert.
Gibt es Einschränkungen bei der Bahn?
Ja, die Deutsche Bahn hat Verspätungen und Zugausfälle angekündigt, besonders auf Verbindungen in den Norden. Die Zugbindung ist aufgehoben, Tickets können flexibel genutzt werden. Schneesturm Elli legt den norden lahm.
Fazit: Ernstzunehmende Unwetterlage
Schneesturm Elli bringt Deutschland die heftigste Winterwetterlage seit Jahren. Der DWD hat für den Norden die höchste Warnstufe ausgerufen – mit Warnung vor „Gefahr für Leib und Leben“. Besonders der Freitag wird kritisch mit Schneesturm, Verwehungen und regional Blitzeis. Bürger sollten unnötige Wege vermeiden und sich auf Einschränkungen im Verkehr einstellen. Nach dem Sturm folgt strenger Frost mit zweistelligen Minustemperaturen.
Über den Autor
Die Redaktion berichtet über aktuelle Unwetterwarnungen und Wetterextreme in Deutschland – mit Fokus auf Sicherheit und praktische Hinweise für die Bevölkerung.















