Wegen Kriegs herrschen im Sudan seit über drei Jahren unvorstellbare Zustände: Es fehlt an Nahrung, sauberem Trinkwasser und Arbeit. Die Kämpfe zwischen rivalisierenden Militärfraktionen haben eine humanitäre Krise von immensem Ausmaß ausgelöst, während Friedensbemühungen bisher scheiterten.

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Die wichtigsten Fakten
- Seit April 2023 bekämpfen sich im Sudan die Armee und die paramilitärische RSF.
- Millionen Menschen sind auf der Flucht, sowohl innerhalb des Landes als auch in Nachbarstaaten.
- Die humanitäre Hilfe ist stark eingeschränkt, Hilfsorganisationen fordern ungehinderten Zugang.
- Bisherige Friedensverhandlungen, vermittelt durch verschiedene Akteure, blieben erfolglos.
Was bedeutet das für Bürger?
Der anhaltende Konflikt im Sudan hat verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, da grundlegende Güter wie Nahrungsmittel und Wasser fehlen. Die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen, und die Flucht vor den Kämpfen zerreißt Familien und Gemeinschaften.
Wie kam es zu dem Krieg im Sudan?
Der Konflikt eskalierte im April 2023 zwischen der sudanesischen Armee unter Führung von General Abdel Fattah al-Burhan und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) unter General Mohamed Hamdan Dagalo. Ursprünglich waren beide Kräfte Verbündete, die gemeinsam 2019 den langjährigen Machthaber Omar al-Baschir stürzten. Machtkämpfe und unterschiedliche Vorstellungen über die künftige politische Ordnung führten zum Bruch. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, ist ein Ende der Auseinandersetzung derzeit nicht absehbar. (Lesen Sie auch: Sniper Safari Bosnien: Rentner Wegen Kriegstourismus Angeklagt)
Welche humanitäre Katastrophe spielt sich ab?
Die Vereinten Nationen stufen die Situation im Sudan als eine der größten humanitären Krisen weltweit ein. Über sechs Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, weitere Millionen haben in Nachbarländern Zuflucht gesucht. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten ist massiv eingeschränkt. Hilfsorganisationen haben Schwierigkeiten, die notleidende Bevölkerung zu erreichen, da Kämpfe und bürokratische Hürden den Zugang behindern. Laut OCHA (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) sind Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Die humanitäre Krise im Sudan wird durch die globale Nahrungsmittelkrise und die Auswirkungen des Klimawandels zusätzlich verschärft. Die steigenden Preise für Nahrungsmittel und Treibstoff treffen die ohnehin schon geschwächte Bevölkerung besonders hart.
Warum scheitern die Friedensbemühungen?
Verschiedene regionale und internationale Akteure haben sich um eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien bemüht. Bisher sind alle Friedensinitiativen gescheitert. Ein Grund dafür ist die mangelnde Kompromissbereitschaft der Kriegsparteien. Beide Seiten setzen auf einen militärischen Sieg und sind nicht bereit, Zugeständnisse zu machen. Zudem gibt es eine Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen Interessen, die den Konflikt zusätzlich verkomplizieren. (Lesen Sie auch: TUI Cruises: Reiseabsagen wegen Iran-Krieg – Was…)
Welche Rolle spielen externe Akteure?
Die Einmischung externer Akteure trägt zur Komplexität des Konflikts bei. Verschiedene Länder unterstützen entweder die Armee oder die RSF mit Waffen und politischer Rückendeckung. Diese ausländischen Interventionen verlängern den Krieg und untergraben die Friedensbemühungen. Die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen fordern ein Ende der ausländischen Einmischung und eine Rückkehr zum Dialog.
Welche politischen Perspektiven gibt es?
Die sudanesische Armee unter General al-Burhan sieht sich als legitime Regierung des Landes und will die Kontrolle über das gesamte Staatsgebiet zurückgewinnen. Die RSF unter General Dagalo strebt eine Machtbeteiligung an und fordert eine grundlegende Reform des Militärs und des politischen Systems. Zivile Kräfte fordern einen sofortigen Waffenstillstand und die Rückkehr zu einem zivilen Übergangsprozess. Die International Crisis Group analysiert die unterschiedlichen Positionen der Konfliktparteien.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Menschen sind im Sudan auf der Flucht?
Mehr als sechs Millionen Menschen sind innerhalb des Sudans vor den Kämpfen geflohen. Zusätzlich haben über eine Million Sudanesen in Nachbarländern wie Tschad, Südsudan und Ägypten Zuflucht gesucht.
Welche Rolle spielen die Rapid Support Forces (RSF) in dem Konflikt?
Die RSF sind eine paramilitärische Gruppe, die aus den Janjaweed-Milizen hervorgegangen ist, die in den 2000er Jahren in Darfur Gräueltaten verübten. Sie kontrollieren weite Teile des Landes und kämpfen gegen die Armee um die Vorherrschaft. (Lesen Sie auch: Teures Tanken: Experte: Spritpreise bleiben wegen Iran-Krieg…)
Welche Länder sind in die Friedensbemühungen involviert?
Die Afrikanische Union, die Vereinten Nationen, Saudi-Arabien und die USA haben sich um eine Vermittlung bemüht. Bisher konnten sie jedoch keinen Durchbruch erzielen.
Wie können Bürger im Sudan unterstützt werden?
Spenden an Hilfsorganisationen, die im Sudan tätig sind, tragen dazu bei, die Not der Bevölkerung zu lindern. Organisationen wie das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen leisten lebenswichtige Hilfe vor Ort.







