Die Zuwanderung nach Deutschland reicht nicht mehr aus, um den Bevölkerungsverlust durch Sterbefälle auszugleichen. Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zeigen, dass die Einwohnerzahl mittelfristig wieder sinken wird. Bis 2045 wird ein Rückgang um 2,9 Prozent auf rund 81,1 Millionen erwartet. Zuwanderung Deutschland Aktuell steht dabei im Mittelpunkt.

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Die wichtigsten Fakten
- Die Bevölkerung Deutschlands wird laut IW Köln bis 2045 auf 81,1 Millionen sinken.
- Hauptgrund ist die sinkende Zuwanderung.
- Im vergangenen Jahr sank die Bevölkerung um 100.000 auf 83,5 Millionen.
- Die Zahl der Sterbefälle überstieg die der Geburten um etwa 350.000.
Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung
Jahrelang wuchs die Bevölkerung in Deutschland. Wie Stern berichtet, rechnen Experten nun mit einem Rückgang. Das IW Köln korrigierte seine Prognose von einem moderaten Wachstum bis 2040 zu einem Rückgang bis 2045. Die aktuell sinkende Zuwanderung nach Deutschland ist der Hauptgrund für diese Entwicklung. (Lesen Sie auch: Zuwanderung: IW-Prognose: Bevölkerung Deutschlands schrumpft wieder)
Warum sinkt die Zuwanderung?
Laut IW-Ökonom Philipp Deschermeier ist der Rückgang der Zuwanderung auf das Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs und auf migrationsbegrenzende Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen. Im vergangenen Jahr kamen nur noch 250.000 Menschen mehr nach Deutschland als abwanderten. Die Zahl der Sterbefälle überstieg die Zahl der Geburten um etwa 350.000.
Seit Jahrzehnten sterben in Deutschland mehr Menschen, als geboren werden. Die Zuwanderung glich dies lange aus. (Lesen Sie auch: Erwerbspersonen 2045: Osten Deutschlands verliert Arbeitskräfte)
Welche Rolle spielte die Zuwanderung in der Vergangenheit?
Die Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU, die Flüchtlingsmigration und der wirtschaftliche Aufschwung führten laut Deschermeier zu einem demografischen Wandel. Zwischen 2010 und 2024 wuchs die Bevölkerungszahl von 80,3 auf 83,6 Millionen. Ohne diese Zuwanderung wäre die Bevölkerung Deutschlands bereits deutlich früher geschrumpft.
Folgen des Bevölkerungsrückgangs
Der Bevölkerungsrückgang könnte laut Experten erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Sozialversicherungssysteme haben. Eine alternde Gesellschaft bedeutet weniger Arbeitskräfte und höhere Ausgaben für Renten und Gesundheitsversorgung. Es ist daher wichtig, Strategien zu entwickeln, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen deutlich den demografischen Wandel. (Lesen Sie auch: Fachkräftemangel Deutschland: IAB Erwartet Wenig Wachstum)
Strategien gegen den Bevölkerungsrückgang
Um den negativen Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Ansätze. Dazu gehören die Förderung von Familien, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die gezielte Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland. Eine erfolgreiche Integrationspolitik ist dabei ebenso wichtig wie die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) betont.
Eine gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften kann den Fachkräftemangel mildern und die Sozialsysteme stabilisieren. (Lesen Sie auch: Migration Deutschland Arbeit: Fachkräfte Sichern die Zukunft)





