📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Was ist der teuerste Gin der Welt? Der Bombay Sapphire Revelation gilt mit einem Preis von 180.000 bis 200.000 Euro als teuerster Gin aller Zeiten. Allerdings handelt es sich dabei um ein Design-Statement mit Kristallflasche und Diamanten. Der teuerste trinkfertige Gin ist der Morus LXIV mit etwa 4.500 Euro pro Flasche – destilliert aus den Blättern eines über 100 Jahre alten Maulbeerbaums.
Der teuerste Gin der Welt ist längst mehr als nur eine Spirituose – er ist ein Statement für Luxus, Handwerkskunst und Exklusivität. Während ein guter Gin im Supermarkt zwischen 20 und 50 Euro kostet, erreichen die seltensten Destillate Preise, die sonst nur bei Sammlerwhiskys oder erlesenen Weinen zu finden sind.
Doch was macht einen Gin so teuer? Sind es die Botanicals, die Flasche oder die schiere Seltenheit? In diesem Ratgeber zeigen wir dir die exklusivsten Gins der Welt, erklären ihre Besonderheiten und verraten, ob sich der Preis tatsächlich im Geschmack widerspiegelt.
Die 10 teuersten Gins der Welt im Überblick
| Platz | Gin | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 1 | Bombay Sapphire Revelation | 180.000–200.000 € | Kristallflasche mit Diamanten |
| 2 | Morus LXIV | 4.000–7.400 € | 100-jähriger Maulbeerbaum |
| 3 | Watenshi Gin | 2.000–3.500 € | Angel’s Share, nur 36 Flaschen/Jahr |
| 4 | Nolet’s Reserve | 695–720 € | Mit Safran, 10. Generation |
| 5 | Cambridge Truffle Gin | ca. 350 € | Weißer Trüffel aus Alba |
| 6 | Anty Gin | 200–300 € | 62 rote Waldameisen pro Flasche |
| 7 | Hernö Juniper Cask Gin | ca. 200 € | Laphroaig-Fässer, 787 Flaschen |
| 8 | Rochelt Annia’s Gin | ca. 125 € | Gereifter Apfelbrand, Tirol |
| 9 | Beefeater Crown Jewel | ab 130 € | London Dry, Premium-Botanicals |
| 10 | Monkey 47 Distiller’s Cut | 80–150 € | Jährlich limitierte Edition |
Platz 1: Bombay Sapphire Revelation – 200.000 Euro
Der Bombay Sapphire Revelation ist mit bis zu 200.000 Euro pro Flasche der absolute Spitzenreiter unter den teuersten Gins der Welt. Allerdings ist der Preis nicht dem Inhalt geschuldet – der Standard-Bombay-Sapphire ist für etwa 20 Euro im Handel erhältlich.
Was diesen Gin so außergewöhnlich macht, ist seine Verpackung: Die Flasche wurde von drei Luxusmarken gefertigt – Baccarat (französisches Kristall), Garrard (königlicher Hofjuwelier) und Designer Karim Rashid. Das Ergebnis ist ein handgefertigter Kristalldekanter in Form eines geschliffenen Diamanten, besetzt mit echten Edelsteinen.
Von dieser limitierten Kollektion existieren weltweit nur fünf Exemplare. Sie wurden 2008 an die fünf größten Flughäfen der Welt verkauft. Der Bombay Sapphire Revelation ist damit weniger ein Genussmittel als ein Sammlerstück und Kunstobjekt – vergleichbar mit anderen Luxusgütern, die auch bei der Erbschaftssteuer 2026 als wertvolle Vermögensgegenstände gelten.
Platz 2: Morus LXIV – der teuerste trinkbare Gin
Wenn es um den teuersten Gin geht, den man tatsächlich für den Geschmack kauft, führt kein Weg am Morus LXIV vorbei. Mit einem Preis von etwa 4.000 bis 7.400 Euro pro Flasche hält er laut Guinness-Buch der Rekorde (2020) den Titel als wertvollster Gin der Welt.
Was macht ihn so besonders? Der Morus LXIV wird ausschließlich aus den Blättern eines einzigen, über 100 Jahre alten Maulbeerbaums (Morus Nigra) destilliert. Jedes Blatt wird von Hand geerntet und einzeln getrocknet, bevor es mit weiteren Botanicals vermischt und destilliert wird. Der gesamte Prozess dauert mehr als zwei Jahre pro Charge.
💡 Wusstest du? Morus LXIV wird in handgefertigten weißen Porzellanflaschen mit diamantmatter Oberfläche geliefert – inklusive Porzellan-Trinkbecher in einem Lederetui. Exklusiv erhältlich bei Harvey Nichols in London.
Das Geschmacksprofil: Der Morus LXIV ist ein Cask-Strength-Gin mit 64 % Vol. und bietet holzige Süße, intensiven Wacholder und komplexe Aromen. Empfohlen wird, ihn mit wenigen Tropfen Wasser pur zu genießen.
Platz 3: Watenshi Gin – der Engelsanteil aus Cambridge
Der Watenshi Gin aus der Cambridge Distillery ist einer der exklusivsten Gins der Welt. Der Name stammt aus dem Japanischen und bedeutet „Engel“ – eine Anspielung auf den sogenannten „Angel’s Share“, den Teil des Destillats, der normalerweise während der Destillation verdampft und verloren geht.
Die Cambridge Distillery hat ein bahnbrechendes Verfahren entwickelt, um diesen flüchtigen Anteil einzufangen. Dabei arbeitet sie mit einem Luftdruck, der weniger als halb so hoch ist wie auf dem Gipfel des Mount Everest. Das Ergebnis: Pro Destillation entstehen nur 15 ml Gin – für eine einzige Flasche sind also rund 50 Destillationen nötig.
Jährlich werden nur 36 Flaschen produziert, was den Preis von 2.000 bis 3.500 Euro erklärt. Der Watenshi verwendet japanische Botanicals wie Yuzu, Sansho und Shiso und überzeugt mit intensiven Zitrusnoten und einem langen, komplexen Abgang.
Platz 4: Nolet’s Reserve – Luxus mit Safran
Die niederländische Familie Nolet betreibt ihre Destillerie in Schiedam seit 1691 – sie gilt als die älteste noch in Familienbesitz befindliche Destillerie der Niederlande. Mit Nolet’s Reserve hat Carolus Nolet Sr., der Inhaber der 10. Generation, seinen persönlichen Traum-Gin geschaffen.
Das Besondere: Nolet’s Reserve enthält Safran – das teuerste Gewürz der Welt. Pro Gramm kostet Safran mehr als Gold, was allein schon einen Teil des Preises von rund 700 Euro pro Flasche erklärt. Ergänzt wird das Geschmacksprofil durch Verbene, die dem Gin eine zarte Zitrusnote verleiht.
Jede Flasche wird von Hand nummeriert und in einer eleganten Geschenkbox präsentiert. Mit 52,3 % Vol. ist Nolet’s Reserve als reiner Sipping-Gin konzipiert – ideal für besondere Anlässe.
Platz 5-6: Cambridge Truffle Gin & Anty Gin
Die Cambridge Distillery ist ein Meister der außergewöhnlichen Kreationen. Neben dem Watenshi produziert sie zwei weitere hochpreisige Raritäten:
Cambridge Truffle Gin (ca. 350 €): Der weltweit erste Digestif-Gin wird mit weißem Trüffel aus Alba (Piemont) destilliert – einer Zutat, die pro Gramm mehr wert ist als Gold. Das Ergebnis ist ein komplexer Gin mit Aromen, die sonst nur bei gereiften Spirituosen zu finden sind.
Anty Gin (200-300 €): In Zusammenarbeit mit dem Nordic Food Lab (gegründet von René Redzepi, Noma) entstand der weltweit erste Insekten-Gin. Jede Flasche enthält die Essenz von etwa 62 roten Waldameisen, die dem Gin eine einzigartige Zitrusnote verleihen. Ergänzt wird das Profil durch Wacholder, Brennnessel und Nelkenwurz.
Warum sind manche Gins so teuer?
Der Preis eines Gins setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Anders als bei Whisky oder Cognac spielt die Reifung kaum eine Rolle – Gin muss nur etwa zwei Wochen ruhen, bevor er verkaufsfertig ist. Die Preistreiber bei Luxus-Gins sind daher andere:
Seltene Botanicals: Zutaten wie Safran, weißer Trüffel oder handverlesene Maulbeerblätter treiben die Kosten in die Höhe. Je exotischer und aufwendiger die Beschaffung, desto teurer der Gin.
Limitierte Produktion: Wenn nur 36 Flaschen pro Jahr (Watenshi) oder fünf Flaschen insgesamt (Bombay Revelation) produziert werden, steigt der Preis durch die Knappheit.
Aufwendige Destillation: Spezielle Verfahren wie die Vakuumdestillation beim Watenshi oder die zweijährige Produktionszeit beim Morus LXIV erfordern enormen Aufwand.
Luxus-Verpackung: Kristallflaschen, Porzellandekanter oder Edelsteinverzierungen können einen erheblichen Teil des Preises ausmachen – beim Bombay Revelation sogar den größten.
Was ist Gin? Die EU-Definition
Laut der EU-Spirituosenverordnung 2019/787 ist Gin eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die durch Aromatisierung von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen wird. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 % Vol., und das Wacholderaroma muss dominieren.
Die EU unterscheidet drei Hauptkategorien: London Dry Gin (strengste Anforderungen, keine Zusätze nach Destillation), Distilled Gin (destilliert, aber mit mehr Spielraum) und Sloe Gin (eigentlich ein Likör mit Schlehengeschmack). Diese Klassifizierung hilft Verbrauchern, die Qualität und Herstellungsweise einzuschätzen.

Deutsche Premium-Gins: Monkey 47 Distiller’s Cut
Auch Deutschland hat einen Vertreter unter den teuersten Gins der Welt: Der Monkey 47 Distiller’s Cut aus dem Schwarzwald erscheint jährlich in streng limitierter Auflage und kostet je nach Jahrgang zwischen 80 und 150 Euro.
Das Besondere: Jedes Jahr wird dem klassischen Monkey 47 mit seinen 47 Botanicals eine zusätzliche Pflanze hinzugefügt. 2017 war es die Moschus-Schafgarbe, 2018 die rote Senfkresse, 2019 die Muskatblüte. Die älteren Jahrgänge sind heute begehrte Sammlerstücke und erzielen deutlich höhere Preise als bei der Erstveröffentlichung.
Der Monkey 47 wurde 2011 bei der IWSC (International Wine & Spirit Competition) in London zum „Best Gin of the World“ gekürt und hat den deutschen Gin-Export international bekannt gemacht.
Lohnt sich der Kauf eines teuren Gins?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Teuer bedeutet nicht automatisch besser. Viele exzellente London Dry Gins im mittleren Preissegment (30-60 Euro) bieten in klassischen Drinks wie Gin Tonic oder Martini eine Qualität, die manchen Raritäten ebenbürtig ist.
⚠️ Wichtig: Woran erkennt man Qualität bei Luxus-Gins? Transparenz ist der Schlüssel: Batch-Angaben, vollständige Botanik-Liste, klare Prozessbeschreibungen. Ein seriöser Produzent versteckt sich nicht hinter Marketing.
Luxus-Gins sind vor allem für Sammler, Kenner und besondere Anlässe interessant. Wer einen Gin dieser Preisklasse kauft, sollte ihn pur oder mit wenigen Tropfen Wasser genießen – nicht im Gin Tonic ertränken. Die beste Trinktemperatur liegt bei 16-18 °C, serviert in einem tulpenförmigen Nosing-Glas.
Gin als Wertanlage: Import und Zoll
Wer seltene Gins aus dem Ausland importiert, sollte die Zollbestimmungen kennen. Bei Einfuhr aus Nicht-EU-Ländern fallen ab bestimmten Mengen Zölle und Verbrauchssteuern an. Für Sammler und Investoren kann sich der Kauf limitierter Editionen dennoch lohnen – ähnlich wie bei Whisky steigen die Preise seltener Abfüllungen über die Jahre oft deutlich.
Häufig gestellte Fragen zu teuren Gins
Fazit: Luxus im Glas
Der teuerste Gin der Welt ist ein faszinierendes Feld zwischen Handwerkskunst, Marketing und echter Exklusivität. Während der Bombay Sapphire Revelation eher ein Kunstobjekt ist, bieten Raritäten wie der Morus LXIV oder Watenshi tatsächlich einzigartige Geschmackserlebnisse – wenn auch zu Preisen, die sich nur wenige leisten können.
Für die meisten Gin-Liebhaber bleibt die gute Nachricht: Hervorragender Gin muss nicht teuer sein. Ausgezeichnete Destillate gibt es bereits ab 30 Euro, und selbst der begehrte Monkey 47 Distiller’s Cut ist mit 80-150 Euro noch erschwinglich. Letztlich entscheidet der persönliche Geschmack – und der ist bekanntlich unbezahlbar.
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